Social Media Marketing und Digital Marketing gewinnen innerhalb der weiteren Digitalisierung des Business immer mehr an Bedeutung. Wie können wir also Social Media und weitere digitale Instrumente optimal für das Unternehmen nutzen?

Sie erfahren heute folgende Dinge – siehe auch Video unten:

  • Antagonismus à la Präsident Trump ist als Marketingstrategie für Unternehmen ein Flop,
  • Theorie und Praxis – Schlüsselqualifikationen im Team helfen Theorie und Konzept erfolgreich in die Praxis umzusetzen, und
  • Erfolg bedeutet, Linie und Stab als Teil im Social Media Team zu integrieren – Social Media sollten vom Verkäufer als effektives Hilfsmittel optimal genutzt werden. Die Koordination von Stab und Linie ist der Schlüssel zum Erfolg.

PS: Dies ist eine Zusammenfassung des MC Lago Happy Hour Webinar – 2020-06-02 zum Thema 3 kritische Faktoren im Social Media Marketing / Digital Marketing (lesenswert).

Social Media Marketing Check: Was versteht man unter einer Gruppe?

Eine Social-Media-Gruppe bzw. Gruppierung könnte als die Gesamtheit der Anhänger einer bestimmten Social-Media-Persönlichkeit definiert werden. Dies können auch Personen sein, die einem bestimmten Hashtag folgen. Diese Personen lesen, teilen oder retweeten die Inhalte der Social-Media-Persönlichkeiten oder der Firmenaccounts auf Instagram. Auch ein Unternehmen baut sich über verschiedene Konten auf den Social Media Plattformen eine solche Gruppe auf. Diese Community, bestehend aus vielen einzelnen Followern, folgt im Optimalfall nicht nur den Posts der Marke, sondern fördert auch aktiv durch Reposts deren Weiterverbreitung (siehe auch: “Deceiving the Masses on Social Media“).

Wie die obigen Grafiken illustrieren, gibt es heute massenhaft Content verschiedenster Art in Form von Selfies und anderen Darstellungsformen wie auch auf den verschiedensten Plattformen. Die Nutzer sind auf mehreren Social Media Networks registriert, welche sie in unterschiedlichem Maße gebrauchen. Es kann passieren, dass ein Tweet/Post den Follwer nicht erreicht, weil er beispielsweise während eines Arbeitstages mehrere Stunden nicht auf der Plattform online war, was verständlich ist. Nutzt man jedoch diese Masse an verschiedenen digitalen Medienformen zum Vorteil, sieht er den Inhalt vielleicht nächste Woche im E-Mail Newsletter.

Optimales Social Media Marketing: 3 Take Aways

Hier die 3 Take-Aways des MC Lago Happy Hour Webinar in Kürze:

  • Social Media Nutzung – Klartext-Kanzler, der HateFakeNews Präsident – LEARNING = Antagonismus, Fake News, Humor, etc. sind für Firmenkommunikation nicht empfehlenswert (siehe auch: Beispiel Donald Trump und Twitter).
  • Skill Set – der Unterschied zwischen Theorie & Praxis ist unser Skills Set – LEARNING = festgelegte Krisenplanung, d.h. wer tut was, wie, wann und wo um Fehler oder einen Shitstorm zu managen (siehe Video unten: Beispiele der Deutschen Bahn).
  • Nachhaltigkeit im Digital Marketing – LEARNING = Verantwortung für Budget und Umsetzung liegt bei der Linie: Regelmässige Publikation mit Mehrwert für Zielgruppe(n) und Geduld sind Pflichtprogramm (siehe unten: Google SEO).

Social Media Marketing: Tipps 4 & 5 – Firmenkultur und Koordination

In der Diskussion und dem Austausch der Teilnehmer im MC Lago Happy Hour Webinar wurde ebenfalls noch auf 2 weitere Punkte verstärkt von Teilnehmern hingewiesen:

  • Firmenkultur – Social Media Nutzung und Digital Marketing lässt sich nicht einfach an eine Stabstelle delegieren. LEARNING = Um das Unternehmen digital fitter und auf Social Media präsenter zu machen – Visibilität – muss das Management die Werte und Haltung vorleben. Das bedeutet, selbst auf LinkedIn, Twitter, etc. zu posten und Content für die Webseite verfassen.
    Kunden interessiert die Meinung der ChefIn. Beispielsweise die des Vorstand-Personals, ob während der Post-Coronakrise weiterhin die Möglichkeit besteht, Arbeit im Home-Office zu leisten. Oder die Meinung des Vorstandes F&E zum Thema, welche neuen Features ein in 4 Monaten lanciertes Produkt-Update bietet, usw.
  • Koordination – Wenn Social Media Kampagnen durchgeführt werden, müssen diese koordiniert werden z.B. mit Produktentwicklungen, CRM, usw. – LEARNING = Die Linie wie z.B. Produktentwicklung, Verkauf, etc. muss Teil des Social Media Teams sein. Nur so besitzt dieses das notwendige Know-How und die Expertise für ein Engagement, das Mehrwert bietet. Die Stabsstelle kann kaum eine detaillierte und fachliche Antwort auf einen Kundenkommentar zu einem neuen Produkt geben, wie dies Leute aus der Produktentwicklung können.

Social Media Marketing und Content Erstellung beim Stab anzusiedeln, wurde dabei als problematisch eingestuft. Oft hätten diese nicht das notwendige technische oder produktspezifische Know-how, um hier optimale Arbeit leisten zu können.

Wie die Grafiken oben zeigen, müssen wir bei unseren Aktivitäten im Social Media Marketing immer im Auge behalten, dass diese in Beziehung zu bestimmten Unternehmenszielen stehen. Nur auf Zahlen zu achten, wie beispielsweise die Anzahl der Follower, ist nicht immer hilfreich. Wenn jedoch ein Leser auf den Newsletter reagiert und mit einer E-Mail antwortet, bringt dies einen größeren Nutzen für das Unternehmen ein (er hat den Newsletter gelesen, war beeindruckt, vielleicht folgt ein Treffen daraus).

Tipps 6 – 8 inspiriert von Peter F. Drucker, D. Trump und W. Churchill

Peter F. Drucker wird nachgesagt, den Spruch “culture eats strategy for breakfast” in die Welt gesetzt zu haben. Strategie ist wichtig. Nichtsdestotrotz, muss die Firmenkultur die Nutzung digitaler Möglichkeiten wie Social Media Marketing, Content Marketing, usw. unterstützen. Dabei haben Taten eine deutlich stärkere Signalwirkung als Worte. In diesem Sinne sind Chefs, die auf LinkedIn posten oder Content für die Webseite verfassen, ein Vorbild.

Im negativen Sinne haben Donald Trump’s kontroverse Tweets und Fake News eine Signalwirkung für die Art der Kommunikation, welche wir aus dem Weissen Haus erhalten. Sie setzen den Ton, sind allerdings die falschen Strategien für den CEO unseres Unternehmens. Möglicherweise verhält sich dies bei Politikern anders? Können solche Social Media Aktivitäten Donald Trump eventuell ein paar der so wichtigen, zusätzlichen Stimmen in beispielsweise Michigan verschaffen, um die Wiederwahl im November 2020 zu gewinnen?

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass wir die folgenden Tipps 6- 8 nicht vergessen:

  • Strategie/Ziele formulieren – definieren, was für uns Erfolg bedeutet (z.B. der Gewinn an Instagram Follower und die Auswirkungen dessen bezüglich Umsatz, Profit, usw.?). Maximal 3 KPIs, ansonsten werden die Dinge zu kompliziert!
  • Bestandaufnahme oder Inventar – nachdem wir Ziele formuliert haben gilt es, eine Bestandaufnahme zu machen (d.h. wo stehen wir heute).
  • Regelmässiges Assessment – die Performance – 3 KPIs – regelmässig überprüfen und bestimmen, auf welche Handlungen welche negativen oder positiven Folgen zurückzuführen sind (z.B. mehr Budget?).

In diesem Sinne noch 2 weitere Hinweise:

PEW Research: Tipp 9 – Generationen berücksichtigen

Zum Schluss ist es ebenso wichtig, dass wir mit unseren Social Media Marketing Aktivitäten oder dem Erstellen von Digital Marketing Content für unsere Webseite unsere Zielgruppen im Auge behalten. Dabei helfen uns die PEW (non-profit) Kategorisierungen für Generationen (siehe unten). Sie haben sich bei der Association for Consumer Research oder aber auch bei der American Marketing Association als Standard etabliert.

Die Unterscheidung nach Generationen bietet die Möglichkeit, Kunden sowohl nach ihrem Platz im Lebenszyklus zu betrachten – sei es ein junger Erwachsener, ein Elternteil mittleren Alters oder ein Rentner – als auch nach ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Personen, die zu einem ähnlichen Zeitpunkt geboren wurden.

Hier ist von Bedeutung, uns klar zu machen, dass unterschiedliche Generation verschiedene Social Media Plattformen bevorzugt nutzen, eine andere Geschichte (z.B. Erfahrungen während der Jugend) miteinander teilen, und andere Interessen und Prioritäten verfolgen. Das muss in unsere Social Media Marketing Strategie miteinfliessen.

Generationen PewAlterSM Kanäle
JahresbandbreiteAlter im 2020
Silent Generation1928 – 194575 – 92Facebook
Boomers1946 – 196456 – 74Facebook, YouTube
(LinkedIn/Xing)
Generation X1965 – 198040 – 55Facebook, LinkedIn
YouTube, Instagram
(Twitter, Xing)
Millennials1982 – 199624 – 39Instagram, YouTube,
Linkedin, Facebook
(Twitter, TikTok, Xing)
Generation Z1997 – 20128 – 23Instagram, TikTok,
YouTube (Twitter)
Berücksichtigung in der Social Media Marketing Strategie: Generationen nach Alter – wie werden digitale Medien und Technologien genutzt?

Hier ist von Bedeutung, uns klar zu machen, dass unterschiedliche Generation verschiedene Social Media Plattformen bevorzugt nutzen, eine andere Geschichte (z.B. Erfahrungen während der Jugend) miteinander teilen, und andere Interessen und Prioritäten verfolgen. Das muss in unsere Social Media Marketing Strategie miteinfliessen.

Die verschiedenen Generationen verwenden verschiedene Social Media Plattformen oder Social Media Networks für unterschiedliche Zwecke. Generation X nutzt Instagram vielleicht weniger intensiv als die Generation Z. Wenn Generation Z für uns momentan im B2B Bereich nicht interessant ist, kann sich dies aber in 3 Jahren ändern.

Bei der Rekrutierung für Lehrstellen haben wir versucht, dies zu berücksichtigen (d.h. mögliche Bewerber sind SchülerInnen im Alter von 13 bis ca. 16 Jahre). Instagram funktioniert im Zusammenhang mit YouTube (Videos mit Auszubildenden, die die Dinge erklären). Doch Twitter ist für die Schüler weniger von Interesse (wenn es um Sport oder Gaming geht schon eher 😀), hiermit erreichen wir eher Eltern und Lehrer.

MCLago Happy Hour Webinar: Social Media Marketing Check

Hier noch die Audio File zum Webinar.

Datenschutz Belgien: Tipp 10 “Invite a friend” ist nicht DSGVO-konform

Übrigens: Wenn Social Media Plattformen Sie auffordern, ihnen die Erlaubnis zu erteilen, per E-Mail Einladungen an Freunde zu versenden, ist dies nach neuesten Daten gemäss dem belgischen Datenschützer unter der DSGVO problematisch.

📌 WAS: Belgian DPA (APD/GBA) entscheidet, dass die Funktion “invite a friend” auf einer Social Media Plattform die 👉#DSGVO verletzt.
📌 WARUM: Die Einwilligung vom Nutzer wurde vorher nicht eingeholt.
📌 BUSSE: €50,000

🔎 Decision in English – Jeder Social Media Marketing Check muss auch die DSGVO Regeln genau überprüfen. Auch wenn beispielsweise bei Beekeeper.com besagt wird, wir wären DSGVO konform – der Teufel liegt im Detail.

Schlussfolgerungen

Der hier von uns präsentierte Social Media Marketing Check Light mit 10 Tipps und Tricks ist ein guter erster Schritt um Ihre Social Media Aktivitäten auf Vordermann zu bringen.

Mich würde zu Vergleichszwecken noch interessieren, wie viel Zeit Sie pro Woche in Ihrer Firma für Social Media Aktivitäten budgetiert haben? Wir liegen bei ca. 2 Std. allein für LinkedIn, zusätzlich weitere 2 Stunden für Twitter, Instagram, usw. Ganz offensichtlich – das erfordert Zeit und Budget.

Video MCLago Happy Hour Webinar: Social Media Marketing Check

Das Ganze können Sie auch noch im Video unten ansehen.

Forschung – Bügeleisen oder Wein Einkauf – wo braucht es mehr Social Media Marketing?

Online Anbieter hedonischer Produkte (z.B. Wein, Kunstwerk) sollten Social Media Marketing einsetzen. Bei utilitaristischen Produkten wie Bügeleisen oder WiFi Modem spielen gemäss Studie auch Tests und Reviews der Produkte eine wichtige Rolle beim Kaufentscheid.

Hier empfiehlt die Studie ebenfalls den Nutzen von Search Engine Advertising (SEA). Für hedonische wie auch utilitaristische Produkte darf das SEO nicht vergessen werden, denn Quality Content führt zur guten Platzierung in organischen Suchresultaten.
Die Studiendaten stammen aus einer Analyse von Online-Käufen im Wert von 1,2 Million US-Dollar in 20 Produktkategorien über einen Zeitraum von 2 Jahren.

Li, Jingjing, Abbasi, Ahmed, Cheema, Amar & Abraham, Linda B. (2020-03-12) Path to purpose? how online customer journeys differ for hedonic versus utilitarian purchases. Journal of Marketing. Aufgerufen 6. Juni 2020 auf https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0022242920911628, kostenloser Download

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2 replies
  1. Cynthia
    Cynthia says:

    Gutes Video mit sehr guten Slides – in der Kürze liegt die Würze.
    Was ich vorher nie so genau verstand sind die Generation / Altersgruppen welche im Marketing genutzt werden wie Silent, Boomer,Generation X, Millennials und Generation Z.
    Danke das hilft mir sehr.
    Cynthia

    • Urs E. Gattiker
      Urs E. Gattiker says:

      Liebe Cynthia
      Danke für das Feedback.
      Ja diese Generationen Gruppen sind für mich auch schwierig immer im Kopf zu behalten. Das bereitet mir Kopfzerbrechen, deshalb habe ich diese aufgelistet mit Geburtsjahren und was das heisst in Sachen Alter für 2020.
      Ist uns ja allen klar, dass natürlich die Generation X andere Bedürfnisse an digitale Inhalte stellt als die Generation Z (primär Teenagers)…
      Die grosse Schwierigkeit sehe ich in der Herausforderung z.B. Inhalte zu produzieren welche Millennials, Generation X aber auch Boomers anspricht … von Mitte 20 bis 55 Jahre, das ist eine Riesenspanne z.B. für Unteraltungstexte/Romane oder auch Videos.
      Integralrechnen, Marketing oder Benchmarking zu erklären oder wie man ein Produkt einsetzen kann zu Hause oder im Betrieb ist da ein wenig einfacher. Trotzdem muss es so gestaltet sein, dass die Zielgruppen mit unterschiedlichem Alter abgeholt werden.
      Aber wir schaffen das :-)
      Danke
      Urs

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