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Kürzlich hat ein autonom fahrender Personenwagen eine Massenkarambolage verursacht.
Beteiligt war auch ein autonomer Lastwagen.
Zukunftsmusik? Wohl kaum, wie dieses Beispiel zeigt.
Das neue White Paper vom Competence Circle Technologie, Innovation und Management kurz #ccTIM zum Thema Künstliche Intelligenz #KI ist da! Der Deutsche Marketing Tag hält Ihre gedruckte Version des KI White Paper vom #ccTIM für Sie bereit. Hier die digitale Version.

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[su_box title=“Weitere wichtige News zu Artificial Intelligence und Marketing“ box_color=“#86bac5″ radius=“9″ class=“alignlcenter max-width: 700px“]

  1. AI: What makes a system expert (Was macht ein Expert System?)
  2. #ccTIM Was ist Künstliche Intelligenz?
  3. #ccTIM Roboter löst Chaos in unserer Küche
  4. Alexa, du diskriminierst schon wieder! (Sie sind hier)

Mehr unter DrKPI auf Englisch, MCLago Competence Circles, und DrKPI Strategie

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Vor Kurzem ist es passiert. Ein autonom-fahrender Personenwagen der Marke Chevrolet Bolt, hergestellt von Cruise, einer Tochterfirma von General Motors hatte einen Unfall mit einem Lastwagen vom Typ T-Pod der Firma Einride. Dabei starben die Insassen des Personenwagens und ein Fahrradfahrer.
Das scheint dystopisch und fiktiv. Doch es handelt sich um harte Fakten. Zur Zeit testet Einride seinen Lastwagentyp T-Pod mit der Firma DB Schenker in Jonkoping. Dieser vollautomatisch elektroangetriebene Lastwagen kann, falls notwendig, von einem Fahrer in einem Kontrollzentrum aus gesteuert werden.
Das Unternehmen Einride mit 55 Angestellten erhofft sich, dass es für den Lastwagentyp  T-Pod bis im Januar 2019 eine Bewilligung von der schwedischen Transportbehörde (Transportstyrelsen) erhält, um öffentliche Strassen nutzen zu dürfen.
Machine Learning spielt dabei eine grosse Rolle.

Der Roboter arbeitet im Lager, 24 Std. am Tag bis zum nächsten Service.

Der Roboter arbeitet im Lager, 24 Std. am Tag. Unermüdlich.

1.  Machine Learning

Die heutigen Machine Learning Systeme nutzen Algorithmen. Sie sind zu Beginn praktisch ignorant. Doch dank der Möglichkeit grosse Datenmengen zu verarbeiten, erlernen die Systeme schnell die Funktionen, die sie ausführen sollen.
Ende November hat Amazon mitgeteilt, dass Machine Learning ebenfalls eine Rolle bei ihren Bemühungen spielt, ein selbstfahrendes Auto auf den Markt zu bringen. Doch Amazon versucht es mit einem Spielzeugauto Namens Deep Racer das $400 kostet.  Mit diesem können Entwickler testen, wie Machine Learning mit Hilfe von „Reinforcement Learning“, ein Prozess der mittels einer Art Ausprobieren (d.h. „trial and error“) funktioniert. Eine Möglichkeit, Machine Learning für jedermann nutzbar zu machen und damit spielerisch das Verständnis für das scheinbar Komplexe zu vermitteln.
Machine Learning ist rasant. Die starke Verbilligung der Rechenleistung der Computer haben es möglich gemacht, dass sehr grosse Datensätze analysiert werden. Programme suchen nach Mustern und Trends. Doch sie sind auch in der Lage, kontinuierlich zu lernen und immer bessere Entscheidungen zu treffen. Je grösser die analysierten Datenvolumen und je häufiger die Repetitionen, desto besser fallen die Resultate aus.
Machine Learning beinhaltet eine Komponente, die es braucht, um einen Prozess zu automatisieren. Machine Learning sagt z.B. bei der Wetterprognose voraus, was passieren könnte.
Bsp: Ein System berechnet z.B. die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde sein Kredit nicht fristgerecht zurückzahlt oder ein Patient mit bestimmten Symptomen in den nächsten 12 Monaten einen Herzinfarkt erleiden wird.
Wichtig dabei ist, dass wir uns bewusst machen, der grösste Teil Machine Learning beinhaltet den Versuch der Funktionsannäherung (function approximation) basierend auf einer Stichprobe von Daten – klein oder gross. So handelt es sich um Wahrscheinlichkeiten, nicht aber zwingend um Wahrheiten.
[su_box title=“Definition: Was ist Machine Learning?“ box_color=“#86bac5″ radius=“9″ class=“alignlcenter max-width: 700px“]
Die heutigen Machine Learning Systeme nutzen Algorithmen. Sie sind am Anfang allerdings praktisch ignorant. Dank der Möglichkeit, große Datenmengen zu verarbeiten, erlernen die Systeme dann rasch die Funktionen, die sie ausführen sollen.
Machine Learning beinhaltet eine Komponente, die benötigt wird, um einen Prozess zu automatisieren. Ein Bei- spiel dafür ist die Wetterprognose, die mit Hilfe von Machine Learning kontinuierlich verbessert wird.
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Das Auto als Teil des Internet of Things.

Das Auto als Teil des Internet of Things.

2.  Deep Learning

…ist ein Teil von Machine Learning. Es steht für den Prozess der Mustererkennung in Datenmengen durch die Maschinen. Durch selbständiges Training werden die Maschinen immer besser darin, Bilder und gesprochene Sätze zu erkennen. Sie erkennen z.B. Krankheitssymptome immer besser und sagen voraus, ob ein Patient eine bestimmte Krankheit bekommen wird.
Die Methode basiert auf neuronalen Netzen. Diese werden nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns auf dem Computer simuliert. Sie sind in der Lage sich selbstständig zu verbessern.
Das System eignet sich zur Bearbeitung einer umgrenzten oder definierten Aufgabe. Doch dem System fehlt die Möglichkeit das Gelernte zu verstehen und dies in den Kontext des Grösseren Ganzen einzuordnen.
Bsp.: Gesichtserkennungssoftware wird immer besser mit einer Fehlerrate von 0.8 Prozent für Männer mit heller Haut. Diese schnellt auf 34.7 Prozent für dunkelhäutige Frauen (siehe http://news.mit.edu/2018/study-finds-gender-skin-type-bias-artificial-intelligence-systems-0212).
[su_box title=“Definition: Was ist Deep Learning?“ box_color=“#86bac5″ radius=“9″ class=“alignlcenter max-width: 700px“]
Deep Learning ist ein Teil des Machine Learning. Es beschreibt den Prozess, wie Maschinen in Daten Muster erkennen.
Durch selbstständiges Lernen werden die Maschinen immer besser darin, Bilder und gesprochene Sätze zu erkennen. Sie erkennen z.B. Krankheitssymptome immer treffender und sagen so voraus, ob ein Patient eine bestimmte Krankheit bekommen wird.
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Cyborg kontrolliert die Roboters bei deren Arbeit.

Cyborg kontrolliert die Roboter bei deren Arbeit.

3.  Algorithmus

Ein Algorithmus ist eine eindeutige, ausführbare Folge von Anweisungen. Das heisst, Schritt für Schritt werden diese in endlicher Länge ausgeführt. Daraus resultiert die Lösung eines Problems, einer Rechenaufgabe oder eine Entscheidungsfindung.
Die Gefahr ist hier, dass ein Algorithmus einen Menschen falsch kategorisiert.
Bsp. Im Schnitt können Algorithmen 10 bis 15 Prozent bessere Entscheidungen treffen als z.B. ein Personalexperte im Falle, ob die Neugestellten überdurchschnittliche Arbeitsleistungen erbringen werden (z.B. Dietvorst, 2017 in einem Interview: https://sloanreview.mit.edu/x/59106).
Algorithmen machen etwas, das „unsupervised learning“ genannt wird, d.h. ein Algorithmus erhält kein Feedback von einem Menschen, während er von den Daten lernt, die wir eingeben.
Unser Fokus sollte darauf liegen, wie wir das Risiko minimieren können, dass die Algorithmen unsere Vorurteile übernehmen und die gleichen Fehler machen wie wir. Jeder Algorithmus, der von uns Menschen lernt, wird auch genau so „biased“ sein wie wir.
[su_box title=“Checkliste: Definition: Was ist ein Algorithmus?“ box_color=“#86bac5″ radius=“9″ class=“alignlcenter max-width: 700px“]
Ein Algorithmus ist eine eindeutige, ausführbare Folge von Anweisungen.
Das heißt, Schritt für Schritt werden Anweisungen in endlicher Länge ausgeführt. Daraus resultiert die Lösung eines Problems, einer Rechenaufgabe oder einer grundsätzlichen Entscheidungsfindung.
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Die Bretzel geknetet und geformt vom Roboter Lisa.

Die Bretzel – geknetet und geformt vom Roboter Lisa.

4. Was ist Ihre Meinung?

Selbstfahrende Lastwagen werden ab Januar 2019 in Schweden zugelassen sein, wenn alles nach Plan abläuft. Vielleicht werden diese Lastwagen schon bald im Hamburger Hafen genutzt. Der selbstfahrende Robo-Taxi, der für mich vor dem Hotel wartet, ist in Phönix (Arizona) bereits Tatsache (siehe BMW vom Autofahrer zum Robo-Taxi – 5 Stufen)
Doch bei aller Liebe für Machine Learning und Algorithmen, müssen diese Programme geprüft und überwacht werden, d.h. ein Audit ist notwendig. Schwierig ist es, wenn wir dabei ein Problem finden, das nicht korrigiert werden kann.
Amazon hat im Oktober 2018 das auf Machine Learning basierende Rekrutierungsprogramm beendet. Dieses war durch Voreingenommenheit (kurz Bias) zum Schluss gekommen, dass Männer bessere Mitarbeiter sind als Frauen. Grund war, dass diese öfters in der Firma befördert werden (see DMV White Paper vom #ccTIM zum Thema AI für Details).
Was passiert, wenn das Unternehmen in der Zukunft durch dieses Problem ein Gerichtsverfahren am Hals hat? Oder während der Offenlegungsphase beim Gerichtsprozess festgestellt wird, dass das Unternehmen über den Fehler bescheid wusste? Ein Alptraum für uns Compliance-Spezialisten. Genau deshalb zog Amazon die Reissleine.
Dass Alexa weiterhin diskriminiert, was z.B. die Auswahl von Radiostationen angeht, ist ein bekannter Fakt. Amazon hat per Voreinstellung den Aggregator Tune-in ausgewählt und nicht einen Radioplayer auf dem z.B. fast alle deutschen oder schweizer und österreichischen Sender ihre Programme eingestellt haben.
Ruft der Hörer einen bestimmten Kanal auf, wird ihm dieser von Tune-in präsentiert. Der Aggregator hat jedoch nur eine begrenzte Anzahl Kanäle im Portfolio. D.h., wenn meine Lieblingsradiostation nicht auf der Liste ist und ich weder Fähigkeit noch Geduld habe sie mit Alexa zu finden, wird die Station kein Programme in meinem Wohnraum abspielen.
Was mich neugierig macht ist Ihre Einstellung zur Herausforderung AI in unserem Alltagsleben, wie z.B.:

  • Nutzen Sie schon einen Sprachassistenten? Was sind Ihre Erfahrungen?
  • Wie oft, schätzen Sie, haben Sie schon vom Roboter geknetete und geformte Brötchen gegessen?
  • Nutzen Sie im Unternehmen Deep Learning, um die Produktion, Entscheidungen und/oder Marketing zu verbessern?
  • Was ist die grösste Herausforderung in Ihrem Business?

Wir freuen uns auf vielseitige Antworten und vielleicht sogar interessante Beispiele.

Vertrauen erhalten braucht viel Arbeit über längere Zeit, verlieren kann man es in Minuten | Urheber: anyaberkut |auf Fotolia #74048678

2017-07 Update: Bademode und Unterwäsche: Was bringen Influencer?
Sponsored Blogeintrag: Dies ist ein von DrKPI gesponserter Blogeintrag
Siehe Update 2016-09-26 ganz unten wie auch 2017-03-18 und die Kommentare.

In Kürze: Haftung & Vertrauensverlust: Sponsor Deals müssen wir offenlegen.
Aber wie erfüllen wir das Gesetz nach Geist und Buchstaben (letter and spirit of the law) und stellen sicher, dass es trotzdem noch authentisch rüber kommt?
Tipps und Tricks aus der Praxis von DrKPI.

Vor kurzem schieben wir über die Compliance Probleme beim Digital Marketing und Influencer Marketing von Unternehmen wie z.B. Buzzfeed, Henkel, Dyson, usw.
Nun bekam ich vor kurzem die folgenden Informationen was man als Blogger tun sollte:

Unsere Kooperationen werden ausnahmslos und immer zu Beginn eines Posts als Werbung gekennzeichnet. Die Begriffe „Werbung“, „Anzeige“ oder „Reklame“ sind rechtlich sichere Varianten.

Was heisst nun Kooperation. Das Geld die Hand gewechselt hat oder vielleicht ein Produkt zur Verfügung gestellt wurde?  Ist das Werbung?
Kann ich da wegen unlauterem Wettbewerb verklagt werden?
Die im obigen Statement aufgezeigte Problematik haben wir versucht unten ein wenig genauer zu analysieren.

Unlauterer Wettbewerb

Nach Gesetz ist Kooperationen sicherlich nicht das gleiche wie Werbung. Die Problematik basiert auf dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) § 4 Nr. 3. Dies definiert, dass Schleichwerbung unzulässig ist. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (letztmals in DE revidiert Feb. 2016) macht uns dann auf Dinge aufmerksam wie z.B. das Pendant in der Schweiz UWG, Art. 1.
Das bedeutet z.B., dass der Preis gut sichtbar und deutlich lesbar direkt auf dem Button (Buy) zur Annahme des jeweiligen Angebots bekannt gegeben werden. Indirekt kann dies auch in der Nähe gemacht werden.
Aber wo sind da die Stolpersteine für Blogger?  Wir erklären dies unten genauer. Nur soviel, ein Text wie dieser ist sicherlich zu ungenau:

In freundlicher Kooperation mit Müller BV.

Was heisst dies: Hat der Blogger Geld bekommen? Ein Testprodukt? Sonstige Goodies (siehe weiter unten).

Beispiel für den unlauteren Wettbewerb

Werbetext in der Form eines Artikels (redaktionelle Anzeige oder auch Advertorial genannt) muss als solches gekennzeichnet werden. Normalerweise ist der Text in einer Werbung oder Anzeige vom Unternehmen oder dessen Werbetexter geschrieben.
In einem Advertorial oder redaktionellen Anzeige wie im Beispiel von Buzzfeed in England wurde der Text teilweise von Buzzfeed Autoren verfasst. Doch es war eine Werbung für das Produkt. Deshalb hat die Advertising Standards Authority (eine Selbstregulierungsbehörde der Werbebranche) Buzzfeed bestraft. Grund war, die Werbung war nicht ganz klar als solche gekennzeichnet.

Ist ein Sponsored Post Werbung?

Die Rechtssprechung hat weder in den USA, UK, AT, DE noch der Schweiz Klarheit geschaffen was ein „Sponsored Post“ ist. Deshalb ist Vorsicht geboten.
Wir alle kennen diese Problematik auch aus Tageszeitungen. Neulich stellte ich nach Nachforschungen fest, dass die Journalistin vorgefertigte Textbausteine aus einer Pressemitteilung in einen redaktionellen Beitrag eingebaut hatte.
Natürlich war dieser Beitrag weder als „Werbung“ noch als „Anzeige“ gekennzeichnet. Mir als zahlendem Leser wurde das Ganze als redaktioneller Inhalt verkauft.
Gleiches gilt für Blogger auch wenn einige wenige Rechtsanwälte dies nicht so sehen.
Ein Zitat, als solches gekennzeichnet in Blogeintrag, aus der Pressemitteilung des Unternehmens macht einen Blogeintrag rechtlich noch nicht zur Werbung.
Wie unten aufgeführt, entscheidend ist, wieviel der wirklich redaktionelle Teil im Blogeintrag darstellt.

1. Geld bekommen: Warum ist das keine Werbung?

Ich habe von einem Hersteller Geld bekommen um einen Blogeintrag zu schreiben. Dafür teste ich dessen Produkt welches ich kostenlos zugestellt bekam.
Wenn ich den Beitrag selber schreibe, d.h. meine eigenen Worte nutze liegt keine Werbung vor. Aber ein Sponsored Post.
Anders ausgedrückt, es gibt meines Wissens in keinem der 3 Länder in der D-A-CH Region ein Gesetz oder mir bekanntes Rechtsurteil  welches mich auffordert das Wort Werbung oben am Beitrag anzustellen.
Verwende ich im Text ein Zitat das ich während der Pressekonferenz bekommen habe oder in der Pressemitteilung aufgeführt wurde, ist mein Blogeintrag immer noch keine Werbung.
Unten schreibe ich dann meine Offenlegung auch Disclaimer genannt. Darin gebe ich an, dass dies ein gesponserter Post ist. Ich habe für diesen Post ein Beispiel unten aufgeführt.
Fazit:  Wenn ich Geld und Tstprodukt bekommen habe muss ich dies in der Offenlegung angeben. Ebenfalls muss ich den Post oben als Sponsored Post bezeichnen.

2. Produkt kostenlos erhalt: Ist dies nun Werbung?

Wenn ich ein Produkt zu Testzwecken erhalten habe, muss ich natürlich unten im Blogeintrag dies erwähnen.
Das Beispiel für den Text für die Offenlegung / Disclaimer, welches auch zu Deinem speziellen Fall passt findest du hier in diesem früheren Blogeintrag in der Tabelle 2, garantiert.
Ich kann über meine ASICS Laufschuhe schreiben. Wenn ich diese nicht als Testprodukt bekam, sondern selber gekauft habe, dann würde ich das ebenfalls im Blog angeben.  Solche Produkte-Evaluationen mögen Leser besonders, da diese wirklich als authentisch rüber kommen..
Fazit:  Produkt kostenlos erhalten, in der Offenlegung erwähnt: Keine Werbung, du kannst es als Sponsored Post markieren, gibt kein Urteil der uns sagt du musst.

Ist eine Hotel oder Flug Bewertung ein Advertorial, sponsored Post oder was...? | Urheber: Daniel Ernst |auf Fotolia #50499836

Ist eine Hotel oder Flug Bewertung ein Advertorial, sponsored Post oder was…? | Urheber: Daniel Ernst |auf Fotolia #50499836

3. Andere Zuwendungen – Neudeutsch Goodies: Jetzt ist das aber Werbung?

Ein Unternehmen kann dem Blogger auch Naturalien zukommen lassen wie z.B. Wein. In einem anderen Falle bezahlt der Sponsor die Hotelrechnung und meine Anreise an eine Messe.
Dies muss dann im Blogeintrag erwähnt werden. Das heisst neben „Sponsored Post“ ganz oben muss es noch eine Offenlegung unten am Text haben welche darauf hinweist (siehe Beispiele). Diese habe ich auch hier unten erwähnt.
Fazit:  Spesen bekommen oder anderweitige Dinge welche mir einen Vorteil verschaffen. Deklarieren lohnt sich. Keine Werbung.

3.1 Wer ist der Autor beim Sponsored Post?

Bei einem Sponsored Post wird unten oder oben der Blogger als Autor aufgeführt.
Dies ist ein „sponsored Post“ (siehe Markierung ganz oben) und dies ist auch in der Offenlegung (kleingedrucktes ganz unten) aufgeführt.

3.2 Wer ist der Autor bei Werbung

Wenn der Text von der Agentur oder dem Unternehmen geschrieben ist, muss neben dem Wort Werbung ganz oben auch die Agentur/Firma als Autor aufgeführt sein.

Wann ist ein Link ein sponsored oder affiliate Link?

Meines erachtens ist die Unterscheidung zwischen Sponsored Post und Werbung relativ einfach, wenn wir vorsichtig sind und alles klar deklarieren. Es geht hier um Transparenz, d.h. der Kunde darf nicht in die Irre geführt werden. Auch dürfen wir keine falschen Tatsachen vorspiegeln, usw.

Aber was tun mit den Links in einem Sponsored Post?

Verweist mein Link auf ein Forschungspapier an der Universität Potsdam, ist dies sicherlich kein bezahlter Link.
Deshalb ist ein solcher Satz wie der folgende für ein Blogger mehr verwirrend als hilfreich.

2. Wir kennzeichnen zusätzlich alle Werbe-Links innerhalb eines Beitrags (Grundlage: Beschluss v. 23.2.2011, Az. 6 W 111/10, BeckRS 2011, 06931).

Das obige Gerichtsurteil hat eigentlich mit Werbe-Links überhaupt nichts zu tun. Wichtig war hier für das Gericht, das ein Mouseover Hinweis (z.B. dies führt auf eine e-Commerce Seite) keine ausreichende Aufklärung für den Konsumenten sei. Er würde dies sowieso nicht beachten oder sehen. Das reichte dem Gericht um es als unzureichend einzustufen.
Trotzdem gibt es einen Rechtsfall in Deutschland, der in Sachen Links die Dinge klärt:

2. Die Website, auf die von der Beklagten verlinkt wurde, enthält keinen redaktionellen Beitrag sondern Werbung.  LG München I, Urteil v. 31.07.2015 – 4 HK O 21172/14

Das entscheidende bei einem Link ist nicht unbedingt in welcher Art von Beitrag ich diesen Link vorfinde, z.B.  Advertorial oder eine Werbeanzeige.

Entscheidend ist wohin der Link den Leser führt.

Hätte im obigen Falle der Link auf die Stiftung Warentest verlinkt, mit einer Rangliste der Haarprodukte die getestet wurden, dann hätte die Klage keinen Erfolg gehabt.
Das heisst niemand hätte angenommen, dass dies ein Werbe-Link, bezahlter Link oder affiliate Link sei für das getestete Produkt. Wir wissen ja, dass Test-Resultate von der Stiftung Warentest fair und glaubwürdig sind.
Die unten aufgeführten Regeln sind jedoch sehr wichtig und bedürfen noch einer Erklärung:

– Hinter den von DrKPI bezahlten Link wird in Klammern das Wort (Werbung) gesetzt – NoFollow zwingend
– Verwendete Affiliate Links müssen gesondert gekennzeichnet werden (Affiliate-Link) – NoFollow zwingend

Zum Beispiel kann der Link einen Verweis auf den Webshop inklusive einem Code mit welchem ich einen Discount als Leser bekomme enthalten. Vielleicht bekommt dann der Blogger auch eine Kommission für die verkaufte Ware. In beiden diesen Beispielen ist dies dann ein sogenannter Affiliate Link.  Dieser Link muss dann als Werbe-Link gekennzeichnet sein.
Wie LG München I, Urteil v. 31.07.2015 – 4 HK O 21172/14 klar aufzeigt, ein Mouseover Text genügt dem Gericht nicht. Das es ein Affiliate Link ist muss im Text markiert sein.
Ob wir diesem Link ein no-follow geben, wie oben verlangt, hat weder mit unseren Gesetzen noch der Rechtssprechung in der D-A-CH Region was zu tun.
Das no-follow liebt Google. Warum das Google gerne hätte, erklären wir Dir in Tabelle 1 hier.
Fazit: Wenn ich einen Link aus meinem Blogeintrag schalte, ist entscheidend laut Gesetz und Rechtssprechung wohin dieser führt.
Führt der URL oder Link zu mehr Informationen zum Thema auf einer Webseite – d.h. gibt dem Leser Mehrwert – geht dies in Ordnung. Führt er auf die Seite wo das Produkt verkauft wird (auch wenn ich für den Link kein Geld erhielt aber z.B. für den Blogeintrag), muss der Link als Affiliate Link gekennzeichnet sein.
Wer sind die besten Bloggers – Beispiel Rechtsanwälte in der D-A-CH Region.

Die besten Jura Blogs - Rechtsanwälte als Schreiberlinge - DrKPI #BuzzRank in der D-A-CH Region.

Die besten Jura Blogs – Rechtsanwälte als Schreiberlinge – DrKPI #BuzzRank in der D-A-CH Region.

Was ist Ihre Meinung? Mitdiskutieren!

Am Ende geht es um Vertrauen und Authentizität. Dies wollen wir mit unseren Lesern nicht verlieren.
Auch gilt es darauf zu achten, dass wir nicht mit 2 konkurrierenden Marken in Verbindung gebracht werden. Das hilft nicht mit unseren Sponsoren.
Was denkt Ihr?

–  Wie bewerkstelligen Sie als Unternehmen diese rechtliche Gratwanderung mit Bloggern?

–  Haben Sie ein Beispiel wo dies Compliance / Offenbarungs-Deklaration gut gehandhabt wurde?

–   Was raten Sie einer Bloggerin wie die rechtlichen Hürden am Besten umschifft werden können?

Dieser Blogeintrag setzt die Resultate des DrKPI BlogRank der besten LifeStyle Blogger in Austria, Deutschland und der Schweiz in den Kontext der Compliance in Sachen Werbung, Advertorials und Sponsorship.

Gut zu wissen

Best Practice und e-Commerce
Ausführungen zu unlauterem Wettbewerb – gilt für D-A-CH Region
Wenn ein Disclaimer kein Sinn macht – zwecks Links auf die wir verlinken
es gibt leider noch kein Gerichtsurteil zum Thema
2 Anwälte beantworten die Fragen – es ist nicht 100% klar was man tun soll
Der Autor / Blogger gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht hinsichtlich des Inhalts in diesem Beitrag (oder dieses Beitrags) und dessen Publikation.
Juristischen Hinweise in diesem Blogeintrag sind allgemeiner Art und stellen keine Rechtsberatung dar.
Die notwendige Zeit für das Schreiben dieses Eintrages wurde von DrKPI bezahlt.
 

Zu Guter Letzt

Nicht hilfreich ist es, wenn Quellen nicht richtig interpretiert, sprich – das Original nicht genau studiert wird.
Im Urteil vom Lt. Landgericht München I (Urteil vom 31. Juli 2015, Az. 4 HK O 21172/14) ist weder die Rede von Sponsored noch Irreführung in Sachen Sponsored die Rede.
Der Text unten ist ein Zitat von einem Blogeintrag von Anja welche den interessanten Castlemaker Blog schreibt. Leider kann laut Münchner Urteil ein solcher Schluss – den anscheinend e-Recht24 gezogen haben soll (Infos wo sie dies taten kann ich nicht finden) aus dem Schuldspruch nicht gezogen werden:

So reicht es z.B. nicht aus, einen “sponsored”-Hinweis anzubringen – weder in der Überschrift noch irgendwo im Text. Lt. Landgericht München I (Urteil vom 31. Juli 2015, Az. 4 HK O 21172/14) sei der Hinweis “sponsored” irreführend und nicht eindeutig, weil es ein englischer Begriff sei.  Außerdem sei der Hinweis nicht unbedingt so zu verstehen, dass es sich um eine Anzeige handelt. Der normale Leser könne dies evtl. nicht verstehen und somit in die irre geleitet werden. (Quelle: e-Recht24)

Machen wir es richtig, doch bleiben wir dabei pragmatisch.
Wenn wir unseren Text selber schreiben, ist dies laut Rechtssprechung noch keine Werbung. Doch eine Offenlegung wenn wir Geld erhielten, Spesen bezahlt wurden, ein Muster erhielten versteht sich von selbst. Das Vertrauen unseres Lesers verlangt dies. Ende der Durchsage.
Das wir dabei authentisch bleiben und unsere Leser nicht vergraulen wollen, dies versteht sich von selbst.
Übrigens, diese Problematik haben auch Blogger die schon fast „ewig im Geschäft“ sind. Sowas wie unten ist ein pragmatischer Ansatz, der aber auch zeigt, dass es in verschiedenen Gebieten wie bei Travelblogs anders läuft

Hinweis: Unser Besuch in Vorarlberg fand im Rahmen einer Bloggerreise auf Einladung von Österreich Tourismus, Lech Zürs Tourismus und Klostertal Tourismus statt. Wie immer gibt es hier ausschliesslich meine persönlichen Eindrücke und Meinungen.

Die Offenlegung oben ist klar. Nur ich habe es leider erst gemerkt wo mich jemand am Telefon darauf aufmerksam gemacht hat.
Der Blogger hat eine Reise angetreten für welche er oder sie eine Übernachtung bekam, vielleicht auch Spesen. Davon sind dem Blogger aber keine Vorteile zugeflossen. Will heissen, übernachten muss man irgendwo und Essen ebenso. Klar ist hier, dass dies kein Sponsored Post ist.
Der Post ist vergleichbar mit einem Style Post der eine neue Tasche vorstellt. Doch im Gegensatz zum letzteren, hat eine Reiseblogger oder Fotograf nur seine Eindrücke nach der Reise. Ein zusätzlicher Nutzen wie bei einer Tasche oder einem paar Schuhe gibt es nicht.
[su_box title=“Tabelle 1: Update 2016-09-26: Pragmatischer und rechtlich korrekter Ansatz für die Bloggerin“ box_color=“#86bac5″ title_color=“#ffffff“ radius=“5″ width=“px 700″ ]
Nach den Diskussionen (siehe unten) wie auch solchen via eMail und Telefon schlage ich die folgende Variante vor:
Unter dem Titel klar gekennzeichnet:
Werbung: Dieser Artikel ist gesponsered.
Unten im Beitrag würde ich dann noch ein Offenbarungstext hinzu fügen wie z.B.:
Notiz: Der Autor hat für diesen Beitrag ein Honorar erhalten sowie ein Testprodukt. Der redaktionelle Text wurde in Eigenregie erstellt und wiedergibt meine Meinung. Sie wurde in keiner Weise vom Sponsor beeinflusst.
Der Autor / Blogger gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht hinsichtlich dem Inhalt in diesem Beitrag und dessen Publikation.

Wenn das Testprodukt zurückging an den Hersteller, unbedingt oben angeben.
Petra Drissen’s Frage nach Gesetzen. Meine Antwort mit dem Gesetzestext hier.
[/su_box]

2017-03-17 Zusatz – 3 Dinge inkl. Affiliate Links

[su_box title=“Offenlegung – à la Google“ box_color=“#86bac5″ title_color=“#ffffff“ radius=“5″ width=“px 700″ ]

1. Impressum / Kontakt: D-A-CH Region
Z.B. im UWG (Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) geht es insbesondere um Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe s der sagt:
„Unlauter handelt insbesondere, wer:….
s.10 Waren, Werke oder Leistungen im elektronischen Geschäftsverkehr anbietet und es dabei unterlässt:
1. klare und vollständige Angaben über seine Identität und seine Kontaktadresse einschliesslich derjenigen der elektronischen Post zu machen,…“
Wenn der Blog irgendwie kommerziell genutzt wird (z.B. wir erhalten Produkte und veröffentlichen Tests), ist ein Impressum zwingend. Dieses empfiehlt sich aber auch sonst.
Das Wort Impressum kann aber, z.B. in der Schweiz durch das Wort Kontakt ersetzt werden.

2. Produkt/Beauty Box zum Test erhalten

Erhält ein Blogger ein Produkt wie eine Tasche oder Make-up kostenlos, in der Hoffnung, dass er dieses testet, muss dies unten im Blogeintrag angegeben werden (für Beispiele – siehe Tabelle)

3. Affiliate Links wie ein Amazon-Partner Link

Wer Affiliate Links mit denen man Provisionen bekommt schaltet, der handelt gewerblich. Das heisst ein Impressum ist Pflicht.
Ebenfalls sollten diese Links gekennzeichnet. Ein Beispiel ist ein Sternchen * Unter dem Beitrag sollte dann sowas stehen wie:

  • * = gesponsorter Link“

[/su_box]

noch mehr Shopping dank neuer Technologie

Weitere Beispiele inkl. Gerichtsurteile und Tipps für Blogger – Stolperstein Werbung

In Kürze: Haftung & Vertrauensverlust: Sponsor Deals offenlegen.
Ebenfalls 5 Fragen zum Sponsoring Thema an Petra Drißen – Gründerin von http://zeitlos-bezaubernd.de/.

Vor kurzem habe ich mit einer Journalistin die Frage von Sponsorship, Transparenz und Ethik bei einer Zugfahrt diskutiert. Sie erklärte mir die Problematik wie folgt:

Als Journalistin im Bereich Mode / Reisen / Lifestyle einer führenden Modezeitschrift werde ich immer wieder zu Events eingeladen. Natürlich erhalte ich kleine Geschenke wie Parfum, Handschuhe, Gutscheine, aber auch Schuhe von den Labels.
Die Schuhe oder Handtasche trage ich auch oft bei der Arbeit.
Manchmal schreibe ich über die Handtasche oder die Schuhe im privaten Style-Blog.
Diese Dinge lege ich eigentlich nicht offen, denn diese haben ja nicht direkt mit dem Schreiben zu tun.

Die im obigen Statement aufgezeigte Problematik haben wir versucht unten ein wenig genauer zu analysieren.

1. Sponsoring und Webinhalte: Die Regeln einhalten

Im  Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) § 4 Nr. 3 ist definiert, dass Schleichwerbung unzulässig ist. In der Praxis bedeutet dies, dass jede Werbemassnahme so beschaffen sein muss, dass sie vom Betrachter als solche erkannt wird. Deshalb müssen in Deutschland Beiträge mit Werbung mit „Werbung“, „Sponsored Post“ oder „Advertorial“ gekennzeichnet sein.

In der Schweiz ist der Sinn des Gesetzes wie folgt:

Dieses Gesetz bezweckt, den lauteren und unverfälschten Wettbewerb im Interesse aller Beteiligten zu gewährleisten. (UWG, Art. 1)

Ein Beispiel haben wir aus Grossbritannien, wo Dylon, eine Marke von der Firma Henkel, Ärger bekam weil ein bezahlter Blogeintrag auf BuzzFeed nicht als solcher gekennzeichnet war. Die runtergenommen Dylon Seite auf BuzzFeed sah so aus:

[su_custom_gallery source=“media: 5204″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“780px“ height=“482px“ Title=“Henkel-brand-Dyson-Buzzfeed-UK-Artikel-unlauterer-Wettbewerb-Webseiten-Eintrag-Regulator-verlangt-dessen-Loeschung“ alt=“Henkel-brand-Dyson-Buzzfeed-UK-Artikel-unlauterer-Wettbewerb-Webseiten-Eintrag-Regulator-verlangt-dessen-Loeschung“]

Die Advertising Standards Authority (eine Selbstregulierungsbehörde der Werbebranche) bestrafte Buzzfeed wegen Unterlassung der klaren Kennzeichnung (obviously identifiable) dieses Beitrages als gesponsorten Inhalt. Dies verletze den „Advertising Practices Code“.

2. Goodies und Sponsorship: Aufgepasst

Früher haben wir die Reichen und Schönen ins Palace Hotel in St. Moritz zum Winter Polo eingeladen. Heute laden wir die Schönen und Einflussreichen zum legendären Hahnekamm Rennen auf der Streif in Kitzbühel ein. Oder noch einfacher, wir offerieren ihnen aus unserem Angebot die Ferienreise nach Costa Rica. Dies erlaubt ihnen, dass sie darüber im Blog oder der Zeitung berichten können.
Heute ist alles weniger transparent und die Compliance verlangt, dass wir diese Dinge klar deklarieren. Dies gilt für die Bloggerin wie auch die Marketing Fachfrau.
[su_box title=“Offenlegung – à la Google“ box_color=“#86bac5″ title_color=“#ffffff“ radius=“5″ width=“px 700″ ]Offenlegung / Disclaimer nach den Google Webmaster Richtlinien
1.  Der Beitrag ist als „Sponsored Post“ gekennzeichnet. Der Link ist mit dem Attribut rel=”nofollow” ausgezeichnet = Google-konform.
Beispiel
<a href=“https://drkpi.de/rank/*/www.zeitlos-bezaubernd.de“ target=“_blank“ rel=“nofollow“>Der DrKPI BlogRank für den Zeitlos-Bezaubernd Blog</a>
2.  Der Beitrag ist als “Sponsored Post” gekennzeichnet. Der Link ist NICHT mit dem Attribut rel=”nofollow” ausgezeichnet = Verstoss gegen die Google Webmaster Richtlinien.
[/su_box]
Diese Problematik wird auch von Bloggern intensiv diskutiert wie dieser Facebook Eintrag der Gruppe Schweizer Blogger zeigt.
[su_custom_gallery source=“media: 5029″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ class=“aligncenter“ width=“700px“ margin=“2px“ height=“1744px“ Title=“DrKPI BlogRank: 100 Besten Style Bloggers aus Deutschland“ alt=“DrKPI BlogRank: 100 Besten Style Bloggers aus Deutschland“]

3.  Praxishilfe für Blogger und Firmen

Diese Problematik betrifft jedoch nicht nur Grossbritannien oder die D-A-CH Region, wie ein Beispiel aus den USA zeigt. Hier platzierten 2 Fernsehkommentatoren während des laufenden Programmes einen Tweet über Domino’s Pizza. Sie hatten mit der Firma einen Sponsoring Vertrag.
Dies hätte laut der Federal Trade Commission (FTA) offengelegt werden müssen. Doch wurde dies nicht gemacht. Die Reaktionen zeigen jedoch, dass dies beim Publikum sehr schlecht angekommen ist.
LESENSWERT: Dieser Artikel im Wall Street Journal erklärt den Domino’s Pizza Fall – sehr interessant: http://mem.to/t/g/98xEIR753
[su_box title=“Disclaimer – Offenlegung: Hilfestellung aus der Praxis“ box_color=“#86bac5″ title_color=“#ffffff“ radius=“5″ width=“px 700″ ]Hier sind Beispiele welche sich in der Praxis bewährt haben. Diese helfen das Problem der Offenlegung und Compliance für Blogger wie auch Brands und Firmen zu lösen.
Version 1: Der Autor / Blogger gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht hinsichtlich dem Inhalt in diesem Beitrag und dessen Publikation.
Version 2: Für diesen Blogeintrag haben wir ein Testexemplar vom Hersteller erhalten. Dieses wurde nach der Erstellung dieses Beitrages wie vereinbart an das Unternehmen zurückgesandt.
Der Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht hinsichtlich dem Inhalt in diesem Beitrag und dessen Publikation.

Version 3: Der Blogger hat für diesen Test auf eigene Kosten ein Produktexemplar erstanden.
Der Autor / Blogger gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht hinsichtlich dem Inhalt in diesem Beitrag und dessen Publikation.

Wenn wir das Produkt (z.B. Kamera, Router, Tasche oder Kleid) nach dem Test behalten dürfen, sollte der Disclaimer wie folgt formuliert werden:
Version 4: Der Blogger hat für diesen Test ein Produktexemplar erhalten und dieses an einen Leser verschenkt (behalten, usw.) .
Der Autor / Blogger gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht hinsichtlich dem Inhalt in diesem Beitrag und dessen Publikation.

Was tun, wenn Kosten übernommen würden oder aber weitere Goodies Richtung Blogger geflossen sind? Hier eine kleine Liste von Beispielen welche wir beliebig ergänzen können.
Version 5: Die Reise inklusive Hotel und Spesen wurden vom Reiseveranstalter / Fluggesellschaft / Hotel bezahlt.
Der Autor / Blogger gibt an, dass er für die Erstellung des Beitrages kein Honorar erhalten hat.

Version 6: Der Blogger war Gast der XYZ Airline und des Hotel Alpha. Der Beitrag wiedergibt seine Eindrücke und Erlebnisse auf dieser Reise. Der Blogger hat einen Unkostenbeitrag (und ein Honorar) für diesen Beitrag erhalten.
Version 7: Der Blogger weist darauf hin, dass er ein Produktexemplar erhalten hat sowie ein Honorar / Einladung / Reisespesen vom Hersteller.
Version 8: Der Blogger war Gast des Autoherstellers X. Dieser hat alle Unkosten übernommen und Spesen-Entgelt entrichtete (plus Honorar, usw).
Wenn der Beitrag im im Blog in einem Bezug steht zum Produkt des Arbeitgebers, sollte dies immer deklariert werden. Auch wenn ich einen Leser-Kommentar in einem Blog schreibe, zu einem Beitrag über eines der Produkte der Firma, sollte dies offengelegt werden.
Version 9: Der Blogger weist darauf hin, dass er Teilzeit/Vollzeit (oder als Berater, Mandatsvertreter) für den Hersteller / Unternehmen X arbeitet.
Version 10: Die Autorin / Bloggerin weist darauf hin, dass sie für die Erstellung des Beitrages ein Honorar erhalten hat.
Die Beispiele von BuzzFeed (siehe oben) zeigt, dass der oben aufgeführte Disclaimer womöglich nicht den Compliance Anforderungen genüge tut. Deshalb muss Sponsorship oder „Native Advertising“ für einen Beitrag für den Leser am Anfang des Textes klar ersichtlich sein. Ein Beispiel ist:

Sponsored Post – Hermes Halstücher machen das Rennen

Oder als Untertitel

Hermes Halstücher machen das Rennen

Sponsored Post

Wenn der Beitrag von einer Agentur oder dem Unternehmen geschrieben wurde, müssen wir dies für Leser transparent machen.
Zum Beispiel, die Agentur muss als Verfasser/Autor des Beitrages aufgeführt sein.

Hermes Halstücher machen das Rennen

Sponsored Post
Autor: Name der Agentur oder des Hersteller

Unterhalb des Beitrages braucht es ebenfalls eine ähnliche Notiz wie hier:
Version 11: Der Autor / Blogger weist darauf hin, dass dieser Beitrag von der Agentur X verfasst wurde. Für dessen Publikation hat diese ein Honorar entrichtet. 
Diese Liste baut auf meinem Kommentar zum Thema auf welche ich im Heise Regio Blog hinterlassen habe.
[/su_box]
Die Beispiele oben machen klar, dass es sich weder für den Blogger noch das Unternehmen lohnt, wenn das letztere oder die Agentur einen Beitrag schreibt und für dessen Publikation ein Honorar entrichtet (wird auch ’native advertising‘ genannt). Abgesehen vom möglichen Vertrauensverlust für die Bloggerin hat BuzzFeed schon selber gelernt, dass ‚Native Advertising‘ nicht skalierbar ist.
LESENSWERT: Financial Times: Creating custom content for brands is not scalable

4 Fragen an die LifeStyle Bloggerin Petra Drissen
ANKLICKEN - Dana Drissen bloggt sehr Erfolgreich seit einem Jahr - Sponsoren zu Hauf - Aufsteiger Nr. 1 im ersten Halbjahr 2016 der deutschen Style Blogger

Wie oben erwähnt ist Sponsoring und Transparenz wie auch Ethik ein Thema für Blogger. Vor allem im Lifestyle, Travel und Consumer-Marketing Bereich steigt der Einfluss von Bloggern rasant.
Doch welche Gefahren und Risiken bringen die Zusammenarbeit mit Sponsoren für den Blogger?
Wie gehe ich mit dem Sponsoring um?
Wie generiere ich Einkommen / Erträge aber behalte das Vertrauen meiner lieben Leser?
Wie das so alles vor sich geht wollte ich von der Ü30 Bloggerin Petra Drissen etwas genauer wissen.

4.1 Liebe Petra. Sie haben vor gut 1 Jahr den Blog Zeitlos Bezaubernd  ins Leben gerufen. Warum?

Es war für mich ein dringendes Anliegen das die Best Ager Generation besser vertreten wird. Ich kann mich nicht mit einer Bloggerin um die 20 identifizieren. Auch wenn die Themen recht ähnlich sind, ist es für mich unglaubwürdig wenn eine junge faltenfreie Frau Werbung für Antifaltencreme macht, oder für Haarfarbe mit Grauabdeckung. Bei Mode ist es noch spezieller.
Im Alter kann ich mich auch noch fesch und jugendlich kleiden, aber in Massen. Ein extrem kurzer Minirock, oder Hotpants geht gar nicht. Sneakers und Jogpants richtig gestylt aber schon.

4.2 Ist für Sie in ihrem Blog Sponsorship ein Thema?

Auf jeden Fall! Das ist ein Ritterschlag für jeden Blogger.
Einen Blog erfolgreich zu betreiben bedeutet viel Arbeit. Viele Leser wissen gar nicht wie viel Engagement und Recherche hinter so einem Blog steckt. Daher freut sich jeder Blogger wenn er Kooperationsverträge erhält, quasi als Anerkennung für einen erfolgreichen Internetauftritt.

4.3  Was empfehlen Sie einem Luxury Brand oder Fashion Label wie man Blogger Relations / Sponsorship effektiv managed?

Bei Kooperationsanfragen werden immer wieder die gleichen Fragen gestellt:
– Wieviel Klicks und
– wieviel Follower hat der Blog.
Ich finde das sehr kurzsichtig. Follower und Klicks können beeinflusst sein. Ich finde es viel wichtiger wie sich der Blog präsentiert.
Ein gut gestalteter Blog entwickelt sich zum Selbstläufer, wenn das Potenzial vorhanden ist. Darum sollten nicht nur die Klicks berücksichtigt werden, sondern das Gesamtpaket.

4.4 Wie bleibt ein Brand Ambassador neutral (Interessenskonflikt) wenn er Einladungen, Kleider, Parfums usw. auch Geld von Brands erhält in der Hoffnung, dass er oder sie darüber schreibt?

Ich persönlich finde das sich daraus kein Interessenkonflikt ergibt. Jede Firma die einem Blogger etwas zur Verfügung stellt, muss damit rechnen, dass ein Test auch negativ ausfallen kann. Natürlich wünscht sich das niemand.
Ich teste immer die Ware die mir zur Verfügung gestellt wird und dann erst berichte ich. Meine Urteil ist immer ehrlich, so wie ich es empfinde.
Eine „gekaufte“ Meinung fällt immer auf, wenn sie nicht zum Produkt passt und die Bloggerin verliert ihre Glaubwürdigkeit.
Jedoch ist es nicht unüblich und das betrifft im Besonderen den Bereich Kosmetik, dass einige gleiche Produkte von verschiedenen Firmen, hintereinander als empfehlenswert beurteilt werden.
Der Ehrenkodex ist hier ja auch, dass wir Blogger auf einen gesponsorten Artikel hinweisen.

4.5 Petra, Dein / Ihr  Wunsch an Sponsoren und Leser für 2016?

Ich wünsche mir etwas mehr Mut von den Labels. Mehr Mut nicht immer nur mit dem Strom zu schwimmen, einmal etwas anderes auszuprobieren und den Lesern das bieten, was sie sich wünschen.
Denn im Alter wird Frau nicht unsichtbar, sonder ist zeitlos bezaubernd.  :-)
Liebe Frau Petra Drissen, danke für dieses Gespräch.

5. Was ist Ihre Meinung? Mitdiskutieren!

–  Welchen Life Style Blog lesen sie regelmässig?

–  Welche Tipps haben Sie für LifeStyle Bloggers?

–  Haben sie eine Frage an Petra Drissen  z.B. zum Thema Social Influencer für Luxury Brands, Blogger Relations, usw.?

Dieser Blogeintrag setzt die Resultate des DrKPI BlogRank der besten LifeStyle Blogger in Austria, Deutschland und der Schweiz in den Kontext des Blogger Relations Marketing.

Schlussfolgerung

Die obigen Diskussionen zeigen sehr schön auf, das die Vermischung zwischen Inhalten und gesponsorten Beiträgen (auch “native advertisements” genannt) die Grenzen zwischen journalistischen und kommerziellen Inhalten immer mehr verwischt werden.
Jessica Rich, Direktorin der Federal Trade Commission (FTA, USA) – Bureau of Consumer Protection hat kürzlich erklärt,

we’re living in an era where the line between advertising and objective content is increasingly blurry and confusing“ (wir leben in einer Zeit in der die Trennung zwischen Werbung und objektiven Inhalten immer unklarer und verschwommener wird)

Die FTA hat aus diesem Grund auch 2 Dinge publiziert die hier recht hilfreich sind:
1.  Enforcement Policy Statement on Deceptively Formatted Advertisements (Enforcement Policy Statement), mit einem
2. Native Advertising: A Guide for Businesses (Guidelines oder Ratgeber).
Diese Dokumente zeigen Firmen, Agenturen, Herausgebern, Bloggern und Journalisten, wie mögliche Irreführung oder Täuschung von Konsumenten vermieden werden kann. Dabei sind nicht gekennzeichnete kommerzielle Inhalte der grosse Stolperstein.
Durch richtige Kennzeichnung können wir das Risiko für mögliche Haftungsansprüche minimieren. Das ist uns allen klar, aber wir müssen die Beiträge kennzeichnen :-)
Auch für Petra Drissen ist das Vertrauen der Leser ein wichtiges Asset. Dieses gilt es mit Vorsicht zu managen. Keine Offerte in „Native Advertising“ ist das Risiko Wert, das Vertrauen der Leser zu verspielen.
Aber auch für das Unternehmen kann ein unvorsichtiges Vorgehen der Marke oder dem Brand unnötigen Schaden zufügen. Dass muss nicht sein!

Mehr erfahrenANKLICKEN - der DrKPI Blog Health Check

60-Minuten Health Check: Content Marketing
Corporate Blog: 5 Tipps für knackige Überschriften
3 Trends im Social Media Monitoring
10 kostenlose Social Media Monitoring Tools
Ratgeber Strategie: 6 Regeln von den Profis

2017-03-17 3 Dinge inkl. Affiliate Links – siehe ganz unten hier.

Das Wichtigste in Kürze – Dislosure ist wichtig!
1. Brauchen Blogger einen Verhaltenskodex?
2.
Brauchen Zeitungen oder Firmen eine Offenlegungspolitik?

Hilft ein Offenlegungsgrundsatz dem Corporate Blogger? Wird die Transparenz, Compliance und Ethik verbessert?

Click on Image - view inside - DOI 10.1007/978-1-4614-3603-4 Gattiker, Urs E. Social Media Audit: Measure for Impact. New York: Springer. Die Fragen oben gilt es zu beantworten. Haben Sie eine spontane Antwort?
Wie hat Ihr Unternehmen diese Problematik gelöst (z.B. Kundengeschenke? Was geht, was nicht?).
Gleich einen Kommentar unten schreiben bitte. Was immer Ihre Antwort sein mag…. Bei diesem Thema ist eine rege Diskussion vorprogrammiert.
Kürzlich fand eine Diskussion zu diesem Thema am BarCamp Schweiz in Zürich statt. Dabei war auch Ethik ein Thema – Sollen Blogger an PR-Events (Adrienne / Kevin).
Dies motivierte diesen Beitrag zu schreiben. In einer Rezension des obigen Events las ich unter anderem:

„Ich verwies auf die ausgebliebenen Blogbeiträge zur Search.ch-App und äusserte den Verdacht, dass man mit Donuts und Bier jeden Beissreflex killen kann. Schwer tat ich mich ausserdem mit dem Alibi-Hashtag des Klassentreffens, der ein spontanes Treffen der Social Media-Szene suggerierte. Und die Kommunikation des Anlasses nach aussen liess jegliche Mindeststandards an Transparenz missen. Offen blieb zum Beispiel, wer in die Organisation involviert war.“ Von Adrienne Fichter auf: http://www.nzz.ch/mehr/digital/barcampch-adrienne-fichter-kevin-kyburz-blogger-manifest-nzz-1.18369352 

Interessant ist, dass Adrienne Fichter (NZZ-Community Redaktorin) Anfangs dieses Jahres noch als Corporate Content Blogger gearbeitet hat.  Diese Thematik hat Adrienne Fichter auch schon auf ihrem privaten Blog aufgenommen: PR – Ethik – Blogger.

Ist ein Beissreflex notwendig?

Obwohl unsere Meinungen nicht allzu unterschiedlich sind, gibt es doch einige interessante Differenzen zu Adrienne Fichter. Als Einstieg, Blogger wie auch Journalisten besuchen Pressekonferenzen. Wir wissen, dass Journalisten sich das Recht vorbehalten, über einen Event zu schreiben oder eben nicht.
Das gleiche Recht hat auch ein Blogger.  Beide entscheiden primär anhand des Informationsgehaltes einer Pressekonferenz, Reise oder Nachricht, ob es sich überhaupt lohnt was zu schreiben oder nicht. Vielleicht schreibe ich über eine neue App von Search.ch oder aber den Update bei der Swisscom iO App.
Die Entscheidung ist nicht immer einfach. Ist das Thema interessant für das Ziepublikum? Wenn ja, gibt die Pressekonferenz oder der Press Release genügend Material für einen gut recherchierten Beitrag? Sicherlich kaum. Doch kann der Informationsgehalt verbessert werden indem man Informationen von weiteren Studien einfliessen lässt?
Hilft vielleicht ein Gespräch mit Entwicklern der App interessante Details zu bekommen. Für Journalisten ist vielleicht noch das „okay“ von der verantwortlichen Redaktionsperson notwendig. Dieses okay entscheidet, ob der Inhalt überhaupt eine Chance hat veröffentlicht zu werden.
Das persönliche Image ist auch immer eng verbunden mit demjenigen des Unternehmens.  Wer die Position des Unternehmens in einem Kommentar im Netz genauer erläutert (z.B. Walter Schärer – Danke für Ihr Interesse an unser neuen App ) weiss, dass man die  Auswirkungen auf die Firmen-Reputation im Auge behalten muss. Dies umso mehr, wenn der Kommentar dann noch zu einem detaillierten Blogeintrag auf dem privaten Blog verweist  (ein tolles Beispiel – im positiven Sinne – liefert Walter Schärer).
Fazit: Journalisten wie Blogger besuchen Pressekonferenzen. Ob man dann darüber schreibt hängt vom Thema, Inhalt, usw ab. Die meisten Journalisten nennen dies  redaktionelle Freiheit – siehe The Guardian.

Weder ein paar Gläser Bier noch ein Apéro Häppchen machen den Unterschied. Alleine der Informationsgehalt für unsere Leser ist was hier zählt.

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