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Wie nutzen wir das Internet mit Smartphone,Tablet oder PC?
- Sind die populärsten Apps Facebook, Instagram & YouTube?
- Gibt es Unterschiede in der Internet Nutzung zwischen Teenagern und Primarschülern?
Antworten zu diesen Fragen hier.

Letztes Jahr hörte ich über eine Sekundarklasse im Kanton Aargau. Die Schüler hatten eingewilligt, das Smartphone am Montag abzugeben. Am Freitag erhielten sie es in der Klasse zurück.
Kürzlich las ich über eine Zürcher Sekundarklasse, welche einwilligte, an einem Klassenlager teilzunehmen, aber ohne Handy. Die Klasse übte anscheinend den Verzicht. Am Ende der Woche freuten sich dann einige der SchülerInnen wieder mit dem Handy kommunizieren zu können.
Doch nutzen Schüler, Auszubildende oder Jugendliche das Internet so stark wie wir vermuten. Geht es heute ohne Internet nur unter Stress? Ist dies für Schüler ein Alptraum?
Unten habe ich ein Daten von verschiedenen Ländern zusammengetragen. Überall finden Sie auch die Links zum kostenlosen Download dieser Studien. Es zeight sich, dass Jugendliche das Internet immer mehr – primär mit dem Handy – nutzen.

Über die Konsequenzen dieses Verhaltens wissen wir zur Zeit SEHR wenig.

CH – Schweiz

Interessant an diesen Daten aus der Schweiz ist, dass sie 2004, 2010 und 2014 gesammelt wurden. Hier geht es um die private Nutzung dieser Möglichkeiten in Sachen Kommunikation mit Hilfe des Internet.
Nummer 1 bleibt die eMail.  Rasant zugenommen seit 2010 hat hier die Nutzung von Voice over IP.  Skype nutzen in der Westschweiz 35%, in der Deutschwchweiz 19% und im Tessin 15% der Primarschüler (siehe MiKE-Studie unten, S. 38, warum ist hier natürlich die Frage).
[su_custom_gallery source=“media: 3575″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“533px“ height=“287px“ Title=“CH – eMail wird auch 2014 privat mehrmals im Monat genutzt“]

CH- Private Internetnutzung in der Schweiz – Bundesamt für Statistik
Weiter Daten über die Internetnutzung in der Schweiz vom Bundesamt für Statistik

Im 2014 wurden die Resultate der JAMES-Studie publiziert. Diese befragt 13-19 jährige Jugendlich über deren Internet Nutzung.  Interessant ist, dass jüngere Teilnehmer der Studie Instagram bevorzugen. Ältere dagegen Facebook.
YouTube wurde leider nicht als Social Network aufgeführt. Somit wurden Daten nur beschränkt für diese Plattform erhoben. Die Studien-Autoren weisen aber darauf hin, dass die Popularität von YouTube bei Teenagern gross ist.
[su_custom_gallery source=“media: 3608″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“530px“ height=“286px“ Title=“CH – wie nutzen 12- 19 jährige Jugendliche das Internet – ZHAW – JAMES-Studie“]

CH – wie nutzen 12- 19 jährige Jugendliche das Internet – ZHAW – JAMES-Studie 2014
CH – Jugendliche nutzen das Internet: Mädchen laden gerne Fotos hoch – Buben lieben das Gamen Zusammenfassung der ZHAW – JAMES-Studie 2014

Die MiKE-Studie, auch vom ZHAW, untersucht  ebenfalls die Mediennutzung wie die JAMES-Studie. Hier sind die Teilnehmer Schüler der Primarstufe der 1. – 6 Klasse im Alter von  6 – 13 Jahren. Die Daten wurden diesen Montag (2015-09-28) veröffentlicht.
[su_custom_gallery source=“media: 3632″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“530px“ height=“261px“ Title=“CH – Mediennutzung ihrer Kinder 6 – 13 jaehrige  – Primary School Pupils: Nutzungsverhalten auf dem Internet in Sachen Medien – ZHAW – MiKE-Studie“]
Wie das obige Image zeigt, 37% der Schüler geben an fast  täglich ein Buch zu lesen.  Leider nimmt das letztere wiederum mit dem Alter ab. Dies wird in der Studie jedoch nicht weiter im Detail eruiert.
[su_custom_gallery source=“media: 3630″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“530px“ height=“315px“ Title=“CH – Angabe der Eltern – Mediennutzung ihrer Kinder 6 – 13 jaehrige  – Primary School Pupils: Nutzungsverhalten auf dem Internet in Sachen Medien – ZHAW – MiKE-Studie“]
Das obige Image zeigt ebenfalls, dass Eltern der Meinung sind, Jugendliche nutzen ihr Handy ca. 29 Minuten am Tag.  Dabei weisen die Forscher jedoch darauf hin, dass die Abgrenzung zwischen WhatsApp, Internet Nutzung oder Games anhand der Geräte nicht einfach ist.
Dies wollten wir mit 10 Schülern (5 und 6 Primarklasse)  überprüfen. Deren Angaben im Interview ergaben, dass sie das Handy täglich zwischen 74 bis 123 Minuten nutzten.  Wir haben also diese kleine Anzahl von Schülern speziell zu Tätigkeiten mit ihrem Handy befragt:

1. 3 – 20 Minuten Whats App oder Kik / Snapchat Messages erhalten und beantworten,
2. 20 Minuten Gamen (oft wird es 30 Minuten),
3. 24 Minuten irgendwelche Videos auf YouTube anschauen,
4. 32 Minuten mit Hilfe von iTube Musik hören,
6. 4-8 Minuten Infos suchen (z.B. für die Schule, Hobbies, usw.), und
7. 3 Minuten eMail schreiben und / oder lesen.

Aber wir fanden raus, dass unsere Schüler Schwierigkeiten hatten, über eine längere Periode genaue Zeitangaben machen zu können (z.B. mehr als 3 Tage zurück). Das heisst ihre Angaben wurden ungenau, sie korrigierten sich im Interview mit einem geschulten Interviewer auch mehrmals und waren sich nicht sicher..
Auch die Analyse was sie lesen auf dem Handy, auf Papier gedruckt war schwierig. D.h. sie vergassen oft eine Unterscheidung zwischen Gratiszeitung und Buch zu machen. Auch ob Sie was Online oder auf Papier gelesen hatten vor 3 Tagen war ihnen nicht klar.
Dies deutet darauf hin, dass die Daten der MiKE-Studie über Nutzung von Apps und Zeit mit Vorsicht zu geniessen sind. Aber der Report ist LESENSWERT.

CH – Mediennutzung von 6-13 Jahre alten Primarschülern – ZHAW – MiKE-Studie
CH –  Mädchen wollen mehr Musik hören – Jungs gamen lieber -Übersichtsseite inklusive Medienmitteilung – ZHAW – MiKE-Studie

[su_custom_gallery source=“media: 3628″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“430px“ height=“324px“ Title=“CH – Angabe der Kinder – Nenne deine 3 beliebtesten Apps –  6 – 13 Jahre alt – ZHAW – MiKE-Studie“]
Schülerinnen wurden MiKE Studie ebenfalls gefragt, welche Apps sie bevorzugen, d.h. beliebteste App und zweitbeliebteste App. Die Resultate sind unten aufgelistet.  988 Schüler wurden gefragt:

1. 111 Nennungen für YouTube – Video anschauen
2.  90 Nennungen f. WhatsApp – Chat-Dienst
3.  85 N. f. Instagram – Fotos
4.  68 Clash of Clans – Game
5.  60 Minecraft – Game
6.  35 FIFA – Game
7.  32 iTube – Musik Videos
8.  29 Viber – Chat-Dienst
9.  28 Google – Mail / Social Network / Search ?
10. 24 Angry Birds – Game

Die Unterschiede sind so, dass wir einen Cluster um Apps YouTube, WhatsApp und Instragram, dann 2 Games. Danach etwas abgeschlagen Positionen 6 bis 10.

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Deutschland

Die JAMES-Studie hat auch ein Pendant in Deutschland, die JIM-Studie welche sich mit dem Mediennutzungsverhalten von 12 bis 19-jährigen befasst. Die MiKE-Studie ist das Pendant zur deutschen KIM-Studie.

DE wie nutzen 6-12 jährige Primarschüler – Primary School Pupils das Internet Mediennutzungsverhalten – MPFS – JIM-Studie
DE – Uebersicht zur MPFS – KIM Studie

[su_custom_gallery source=“media: 3637″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“530px“ height=“347px“ Title=“DE – Angabe der Kinder – 6 – 13 jaehrige  – Primary School Pupils: Auf den Fernseher wollen ältere nicht verzichten – MPFS – KIM-Studie“]
Die Umfragen in Deutschland zur Nutzung von Medien (d.h. JIM- und KIM-Studie) erheben ähnliche Daten wie die die JAMES- und MiKE-Studie in der Schweiz. Z.B. ist überall der gleiche Trend erkennbar:

1. die Popularität von Video-Plattformen ist ungebremst;
2. jüngere Schüler mögen Instagram, ältere bevorzugen Facebook (auch in der UK, siehe unten); und
3. Fernsehen mit dem klassischen TV wird für ältere Teenager immer seltener. Sie bevorzugen die Filme, News und Sitcoms über das Internet zu empfangen (d.h. Video streaming über Netflix, Amazon, etc.).

Können Daten zur effektiven Nutzung auch mit Hilfe von Software, Technik und Cookies gesammelt werden?  Wie sehen dann die Nutzungsdaten aus?
Dies diskutieren wir anhand von Daten und Studien aus der UK und ded USA unten.

UK – United Kingdom

Die immer grössere Beliebtheit von Video Plattformen ist nicht nur in Deutschland und der Schweiz zu sehen. Auch in der UK, wie die jährliche Ofcom Studie (August 2015) unten aufzeigt:

– für 12-15 jährige ist YouTube die Nummer 1.

Nach YouTube folgen Facebook, Instagram, Snapchat, WhatsApp und Twitter.
Was die Zeit betrifft. Facebook, YouTube, Instagram und Snapchat werden am meisten genutzt (gelb markiert unten).
[su_custom_gallery source=“media: 3576″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“531px“ height=“279px“ Title=“UK wie nutzen Teenies das Internet – OfCom Studie 2015″]

UK – wie nutzen Teenies das Internet – Ofcom Studie 2015

Alle Daten und Erkenntniss der bis jetzt erwähnten Studien inklusive derjenigen von Ofcom basieren auf Umfragen oder Interviews von Schülern und Erwachsenen.
Doch auch Erhebungen anhand von Nutzdaten gibt es.  In den Studien unten wurde das Nutzerverhalten mit Hilfe von Cookies und Smartphone Apps erhoben. Dies geschah mit der vorherigen Einwilligung der Nutzer zur Studienteilnahme.
Aktive Nutzung ergibt sich z.B. wenn jemand seinen Browser offen hat und das Web surft. Das offene Browserfenster wurde nicht berücksichtigt, wenn der Nutzer gleichzeitig an einem Textdokument arbeitet.  Surfen oder eintippen einer Mitteilung auf dem Smartphone wurde als aktive Nutzung gezählt.
Die Daten zeigen, dass UK Nutzer täglich fast 3 Stunden lang das Internet auf verschiedensten Geräten nutzen (siehe USA Daten weiter unten = fast 3 Std. und 45 Minuten).
[su_custom_gallery source=“media: 3577″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“534px“ height=“288px“ Title=“UK – Wir verbringen täglich 171 Minuten aktiv auf dem Internet – Studie des Internet Advertising Bureau UK“]

UK – Wir verbringen täglich 171 Minuten aktiv auf dem Internet – Studie des Internet Advertising Bureau UK

[su_custom_gallery source=“media: 3587″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“526px“ height=“271px“ Title=“UK – Smartphones werden 2 x so oft genutzt um Video Clip anzusehen im Vergleich zu Full Length Videos“]

UK – 81% lesen auf dem Smartphone eMails, 77% nutzen Browser und 42% senden Photos oder Videos via Text Message – Ofcom Studie 2015, Seite 71

Doppelt so oft wird ein Smartphone genutzt um ein Video Clip anzusehen im Vergleich zum Streaming-Video einer Fernseh-Serie oder eines Films  (42% vs. 21%).
Am populärsten ist wie auch in der Schweiz die eMail Nutzung . 81% der Nutzer brauchen eMail auf dem Smartphone. 77% nutzen das Smartphone auch zum Internet Browsing.
Nur 4 von 10 Internet Nutzern (42%) senden Fotos oder Videos mit Hilfe von Text Messages. Nur gerade 18% nutzen in der UK das Smartphone für Video Internet Anrufe.

USA

Auch von den USA gibt es Daten welche sich auf die Nutzung des Internet anhand von Handy- und App- wie auch Browser-Daten beziehen.
[su_custom_gallery source=“media: 3578″ limit=“7″ link=“image“ target=“blank“ width=“531px“ height=“289px“ Title=“USA – Wir verbringen täglich 220 Minuten auf dem mobilen Internet – Studie von Flurry from Yahoo!“]

USA – Wir verbringen täglich 220 Minuten auf dem mobilen Internet – Studie von Flurry Yahoo!

Was die obige Studie klar demonstriert, US Nutzer verbringen die meiste Zeit auf dem Internet.
Dies hat vielleicht auch damit zu tun, dass das Video Streaming in den USA öfters genutzt wird als fast überall in Europa.

Was uns die Studien nicht erzählen

Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Erkenntnisse und Fragen welche die oben aufgeführten Resultate wecken.
[su_box title=“3 Erkenntnisse: Was bleibt?“ box_color=“#86bac5″ title_color=“#ffffff“]

1. DE, CH und UK: Sind die Studien vergleichbar?

Die KIM wie auch MiKE-Studie sind beide natürlich sehr interessant und gut gemacht.  Vergleichbarkeit ist jedoch schwierig.
D.h. in Deutschland war das Handy bewusst oder aber unbewusst nicht zentraler Teil der Studie. In der Schweiz zeigen die Daten, das Smartphone ist wichtig.
Dies Diskrepanz ergibt sich, obwohl zwischen den Datenerhebungen wohl kaum mehr als 6 Monate dazwischen liegen.
Fazit: Queerschnittstudien können sehr interessant sein. Doch wir erhalten  nur eine Momentaufnahme.
Im Internet Zeitalter hat sich in Sachen Plattform-Nutzung oder Smartphone in 6-Monaten jedoch wieder Einiges geändert. Somit ist die Vergleichbarkeit und Langfristigkeit solcher Studien eher klein.

2. Befragungen von Schülern zweck ihrer Nutzung der Medien

Die Problematik bei der Datenerhebung mit Fragebögen oder einem Interview ist, dass die Teilnehmerinnen oftmals sich sehr ungenau erinnern können.
Wann sie welche App oder wie lange das Handy nutzten müssen die Jugendlichen und deren Eltern in der MiKE-Studie angeben. Dies ist schwierig.
Deshalb kommen unterschiedliche Studien auch auf sehr unterschiedliche Werte (wie lange nutzen Menschen das Internet) (Fulgoni, 2014).
Lesenswert: Fulgoni, Gian (2014). Numbers, please: uses and misuses of online-survey panels in Digital Research. Journal of Advertising Research, 54, No. 2. Aufgerfufen am 23. September, 2015 von https://www.comscore.com/content/download/25803/1319819/version/1/file/Uses_and_Misuses_of_Online_Survey_Panels_in_Digital_Research.pdf
Fazit: Die Richtigkeit des Erinnerungsvermögens („recall accuracy)  der Jugendlichen oder deren Eltern können die Qualität der Daten stark beeinträchtigen.
Ob Kinder wirklich das Handy nur so wenig nutzen (siehe CH Daten) wie sie das selber oder die Eltern einschätzen? Daten aus der Medizinforschung (z.B. Erinnerung  – frühere Medikamenteneinnahme und Befinden) lassen einige Zweifel berechtigt erscheinen.

3. Hat die Mediennutzung Auswirkungen auf die Entwicklung der Jugendlichen?

Keine der oben erwähnten Datensätze beschäftigt sich mit dem „Warum“ (Why). Wie in der Meinungsforschung werden Daten erhoben und präsentiert. Anhand des Themas – Nutzung von Smartphone- Internet- Medien – stossen die Daten bei uns allen auf grosses Interesse.
Keine der Studien erhebt Anspruch auf wisschenschaftliches Arbeiten (z.B. siehge MiKE-Studie, pp. 80-81). Trotzdem sind z.B. die JAMES, JIM oder Ofcom Studie methodisch sehr gut gemacht.
Fazit:  Ob die verstärkte Internet Nutzung sich negativ auf das Lesen auswirkt wird hier nicht eruiert. Ebenfalls ob vermehrte Handy Nutzung (z.B. eMails, Videos, Games) sich auf soziale oder sprachliche Fähigkeiten auswirkt ist unbekannt.
Übrigens, die Schlüsse welche Journalisten aus diesen Studien ziehen sind oft falsch wie z.B. in der NZZ am Sonntag – Schweizer Kinder sind Bücherwürmer. Auch der Tages-Anzeiger liess sich auf diese Schlagzeile verleiten mit: Schweizer Kinder sind kleine Bücherwürmer.
Anhand der methodischen Erwägungen lässt der MiKE Umfragebericht keinesfalls diesen Schluss zu.
[/su_box]

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Was ist Deine Meinung?

– Wissen sie wie lange ihre Kinder die Handys am Tage nutzen für Gaming, Video, Chat/SMS oder Lesen?
– Welche Arten von Videos gucken Schüler oder Kinder öfters (z.B. Sport, Spiele, Fernsehfilme, etc.)?
– Wie zeigen sich die Entzugserscheinungen, wenn ein Primarschüler für 2 Wochen kein Internet-Zugang bekommt?
– Sind Kinder welche erst später ein Handy bekommen oder dies weniger nutzen im Vorteil was die Schulleistungen betrifft?

2014-09-25 –  Empfehle Kommentare zum Beitrag zu lesen, interessant!
Soeben habe ich Informationen erhalten die darauf hinweisen, das die Migros Geschäftsleitung sich mit dem Gedanken trägt, die Migipedia Online-Plattform für Kunden zu schliessen.
Wir wollen nicht, dass Migipedia geschlossen wird.
Anhand dieses Mini Audits zeigen wir den Super-Erfolg der Migipedia Plattform auf.

Schritt 1: Mit grosser Kelle anrühren

2010 fing alles an. Migipedia, die Community für Migros Fans, ging Online.
Schon am 28. März 2011 erklärte uns die Werbeagentur Von Matt/Limmat, warum sie einen Superjob hingelgt hatten. Dabei war Ihre Idee phänomenal und das Design 10 Jahre voraus. Auch die Implementierung der Plattform war ein Geniestreich.
Wenn Sie Zweifel haben, das Video unten hilft vielleicht diese aus dem Weg zu räumen. Viel Spass.
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=92ewNE-O77c[/youtube]
Natürlich, nicht jedes Unternehmen hat das Geld um eine eigene Social Community zu lancieren. Aber bei der Migros ist dies weniger ein Problem. Interessant war was Social Media Experten auf Xing über Migipedia schon 2010 diskutierten. Die offiziell mitgeteilten Ziele liessen die Experten aufhorchen. Zweifel wurden angemeldet. Doch wie steht es heute?

Schritt 2: Den Dialog fördern

Kann man auch mit einer Social Community einen Superwurf realisien? Eine vibrierende, interessante, relevante Community aufbauen?
Den konstruktiven Dialog mit Kunden über längere Zeit im Gang zu halten ist nicht einfach. Ebenfalls braucht es viel Arbeit und auch Geld um es gut machen zu können. Zum Beispiel haben Unternehmen gelernt, dass Kundenservice mit Hilfe von Twitter ein arbeitsintensives und kostspieliges Unterfangen ist, wenn man es richtig machen will (siehe:  Social CRM: Kundenservice mit Twitter?). Da können amerikanische Unternehmen ein Liedchen singen.
Noch schwieriger ist es eine zufriedenstellende Resonanz auf diesen Plattformen wie Twitter, Facebook oder Migipedia zu erreichen.

Migros sendet Twitter Nutzer als Antwort ein Link auf Migipedia mit Produktbeschrieb - resonanz = null 1 click von uns, 2 von einem bestimmten User = 3 clicks aus 3500 followers?

2012 – Resonanz – Migros im Social Media – Audit Light:      Von 3000 oder mehr Followern klicken 4  – 2 Mitarbeiter, ich und wer noch ?


Auf Twitter hat Migros heute 30,000 Fans,  10 x mehr als 2012 (siehe obiges Image).
Doch wie gut ist die Resonanz. Wir haben es getestet. Weniger als 0.50% der Folllowers welche Tweets von der Migros bekommen klicken auf die mitgesandten URLs (i.e. Links auf Produkte, Migipedia, usw).
Im Klartext bedeutet dies, von mehr als 30,000 Followers welche den Tweet erhalten, klicken vielleicht gerade einmal 8 auf den URL.  Wenn dies Kunden sind ist dies ein Anfang. Aber was, wenn primär MitarbeiterInnen auf solche URLS klicken? Dann hat man vielleicht noch 2 Kunden welche einen über Twitter mitgeteilten Link anklicken? Nicht gerade hoch.

Migipedia und Relevanz

Auch auf einer Community wie Migipedia ist Resonanz Gold Wert. Doch wie definieren wir gute oder nicht zufriedenstellende Resonanz?
Grundsätzlich ist klar, dass in jeder Kateorie von Beiträgen wie z.B. News, die Inhalte interessant, relevant und hoffentlich auch unterhaltsam sind für die Zielgruppe. Aber sind sie es wirklich?

Rebecca07

by ‎yesterday

Sie plädiert für kalorienfreie Schokolade und erklärt, warum die Quarktorte die ideale Süssigkeit ist.“

Ich gebe ca. 50% meiner Ausgaben für Haushaltsartikel und Lebensmittel bei der Migros aus.  Doch solche Beiträge auf Migipedia schrecken mich ab. Die lassen bei mir Langweile aufkommen oder ich würde am Liebsten rufen:

„Get a life….“ ich habe was Besseres zu tun.

Schritt 3:  Positiv denken

Wie oben aufgezeigt, die Resonanz auf Twitter oder Migipedia ist eher bescheiden für die Migros. Ein Grund kann natürlich sein, dass es schwierig ist die Zielgruppe zu definieren für einen solchen Konzern. Zum Beispiel, Kunden die Technologie affin sind und viel Geld in der Migros ausgeben und / oder Teenies die gerne teilen aber wenig kaufen….?
Trotzdem, auch wenn dies bei einer Analyse nicht klar durchkommt, man kann öffentlich trotzdem verbreiten man sei erfolgreich.


Wie oben aufgezeigt, bei allen Wettbewerben mitmachen ist natürlich Pflicht. Nur wenn Lieferanten wie die Werbebranche einem auch als Gewinner ausrufen, nimmt einem die Bevölkerung als erfolgreich war.
Die Mitglieder der Community gleich noch einladen zum Abstimmen ist Pflicht. Das versteht sich von selbst. Übrigens, auch wenn niemand weiss nach welchen Kriterien ausgewählt wurde, einen Publikumspreis zu erhalten ist genial.

Facebook – die Migros zeigt wie es geht

Natürlich, es hilft wenn man für die Migros, Novartis oder vielleicht Swatch arbeitet. In einem solchen Falle ist man sich der Aufmerksamkeit von Schweizer Medienschaffenden einmal sicher. Die Migros Experten im Social Media Marketing erhalten öfters Gelegenheit, sich zu präsentieren. Das ist verständlich, bei der Grösse des Unternehmens ist es für CH-Medien fast egal was der Inhalt ist. Was die Migros macht, stösst bei Lesern und Fernseh-Zuschauern in der Schweiz fast immer auf Interesse.
Ein Beispiel ist das 10-jährige Jubiläum von Facebook. Dies wurde auch in der SRF Tagesschau dieses Frühjahr gebührend erwähnt. Die Vertreterin der Migros wies im Kurz-Interview darauf hin, dass der Grossverteiler erfolgreich mit Hilfe der Facebook Fans Marktforschung macht (siehe auch Image unten)..
2014-02-11-Migros-Ice-Tea-on-Facebook-Engagement-Quo-Vadis
Link zu TV News und mehr wie oben angezeigt – Siehe auch Twitter – DrKPIde.
Doch wie diese Daten genutzt werden hat die Expertin leider nicht erklärt. Auch die eMail an mich war vague damals. Die niedrige Aktivität auf einigen der Migros-Seiten zu verschiedenen Produkten auf Facebook lässt Fragen offen. Wie man da gute Marktforschung macht ist eine Kunst der Unmöglichkeit für fast alle von uns. Doch für die Migros scheint dies zu gehen.
Aber Hand aufs Herz, das niedrige Engagement der Facebook Fans, sowie Validität und Reliabilität solcher Daten wirft Fragen auf. Sinde diese Daten wirklich brauchbar. Sind diese räpresentativ? Wenn ja, für welche Kundensegmente der Migros? Teenies? Gerade 50 Lehrlinge gefragt, nicht einer war auf Migipedia als Nutzer eingetragen, 1 auf Twitter, 15 auf Facebook, 46 auf Whats App…

4. Schritt: Re-Design der Community

Hat man sich einmal in den Medien, auf Konferenzen und in Workshops mit tollen Präsentationen vorgestellt, ist man auf auf dem besten Weg als Erfolg wahrgenommen zu werden.
Dank der aktiven Mitglieder kommt man dann bei der Migros auch zur Einsicht, dass es nicht mehr notwendig ist, Gästen die Möglichkeit zu geben einen Kommentar zu hinterlassen.
Deshalb schliesst die Migros diese Kommentar-Funktion auf Migipedia aus:

2014-09-16-NEU-Dialog-Nein-Danke-wir-senden-nur-noch

Vom Dialog zurück zum altbekannten Broadcasting
                   Resonanz wie auch Dialogue = 0


Also weg vom Dialog für solche die ab und zu mal kommentieren wollen. Man will, dass sich die Nutzer registrieren und dann kommentieren. Versteht sich, denn auch fast alle Kunden wollen ja dieser Community beitreten. Wirklich?
Ebenfalls wurde mit dem obigen Design noch einiges verändert.  Alles natürlich mit dem Ziel die Nutzer noch öfters begrüssen zu dürfen.
Schaut man sich aber die Einträge auf der neuen Migipedia Community einmal genauer an (siehe Rebecca07 oben), dann fällt auf, dass diese ein wenig gekünstelt wenn nichgt sogar langweilig daher kommen. Authentizität ist nicht immer gegeben. Ebenfalls erzählen die Beiträge nicht unbedingt eine ‚gute‘ Geschichte.
Facebook hat in der Schweiz ca. 3.3 Mio Nutzer. Rund 2.8 Mio Schweizer sind Mitglied beim kostenlosen Bonusprogramm der  Migros. Zum Vergleich, Migipedia hat, laut Migros, 60,000 registrierte Nutzer (ich bin auch einer vond diesen Nutzern). Aber wie oft schauen wir hier vorbei. Ich einmal im Jahr aus beruflichem Interesse. Und der Rest….?
Aber die „Einzigartige Migros-Community“ kämpft wie andere ebenfalls um engagierte Mitglieder. Die letzteren haben natürlich nichts Besseres zu tun als uneigennützig und aus purer Liebe zur Migros interessante, relevante und unterhaltsame Inhalte zu erstellen. Nebenbei, nicht jeder Ice Tea Konsument will auch anderen auf Migipedia mitteilen, dass er schon wieder einen Liter getrunken hat.

Schritt 5: Social Media Audit durchführen

#SMaudit Social Media Audit

#SMaudit
Social Media Audit


Wenn man Dinge oft genug sagt, haben Menschen die Tendenz diese zu glauben. Um diese manchmal falsche Art der Wahrnehmung noch zu verstärken, lohnt es sich immer eine Pressemitteilung zu erstellen.
Die Pressemitteilung gibt einem wiederum die Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung als Fakt zu kommunizieren. Dies geht umso besser, desto schwieriger es ist für Journalisten, Blogger und auch Leser diese Fakten zu verifizieren. Der erste Paragraph zeigt dies in diesem Beispiel sehr schön:

Migipedia: Von Kunden entwickelte Produkte bringen Migros 40 Millionen

Zürich (ots) – Nach vier Jahren zieht die Migros Bilanz über ihr Pionier-Projekt Migipedia.ch. Mittlerweile testen, bewerten und entwickeln über 60’000 registrierte User auf der Plattform Migros-Produkte. Bereits über 50 neue Produkte schafften es dank der grössten Schweizer Unternehmens-Community in die Migros-Regale. Diese setzen bisher 40 Millionen Franken um. Über 1 Million verschiedene Besucher besuchten die Webseite im letzten Jahr. Webseite und Logo wurden jetzt rundumerneuert. Der neue Slogan heisst «Um deine Meinung besser».“

Nicht genau formulieren heisst, das Interesse der LeserInnen wecken. Was heisst z.B. 40 Millionen Franken mehr Umsetz?  Wir fragen uns dann sogleich Dinge wie:

– Vorschläge von Migipedia Mitgliedern führt zu neuen Produkten, diese resultieren dann in höheren Verkaufszahlen? Ist dies so genau erurierbar?
–  Bisher 40 Millionen Franken: Heisst dies kumuliert seit der Lancierung der Migipedia Plattform oder nur in den letzten 12 Monaten?
– Bedeutet diese Mitteilung, dass Migipedia Mitglieder über neue Produkte abstimmen und die Mehrheit entscheidet? Also nicht die Experten der Migros? Auch nicht die Millionen weiteren Kunden der Migros haben hier keinen Einfluss?

Aber genau dokumentierte Fakten sind bei einer Pressemitteilung nicht unbedingt gefragt. Eine gute Schlagzeile aber schon. Denn diejenige hier ist so gut, Social Media Nutzer reichen sie gerne weiter :-)

Migros-sagt-es-also-stimmt-die-Info

Migros Infos werden gerne weiter verbreitet.


Wieder News von der Migros – die gebe ich gleich weiter.  Aber beim Social Media Audit zählen zuerst einmal die Fakten und Kennzahlen.  Da reicht die gute Formulierung einer Pressemitteilung nicht, um Migipedia als Erfolg taxieren zu können.
Fazit: Als CEO dürfen Sie Social Media Aktivitäten nur einem Social Media Audit unterziehen, wenn sie bereit sind den harten Tatsachen in die Augen zu sehen. Es ist nicht alles Gold was gläntzt.

Was sagt dazu die erfolgreiche Managerin?

Manche KMU Managerin oder Geschäftsleitungs-Mitglieder sind sehr auf die  Bottom-Line fokusiert. Will heissen, Zahlen und Fakten machen das Rennen. Dabei haben diese dann die Art knallharte Fragen zu stellen, wie z.B.:

– Bei 30,000 Followers klicken 8 einen im Tweet eingebauten Link an. War dies unser Ziel, wenn ja warum wurde die Messlatte so tief gesetzt?
– Warum ist Social Media ein guter Einsatz unserer Werbefranken (Vollkostenvergleich)?
–  Ist unsere Community auf dem Web ein effektiver Weg für neue Produkt-Ideen?
– Wie helfen all diese Social Media Aktivitäten den Kundenservice zu verbessern (wenn die Antwort ja ist, wie haben Sie dies gemessen)?

Meine Meinung

Marken sollten dem Motto folgen: Schuster bleib bei Deinen Leisten – d.h. fokussiere auf Dein Business (siehe auch Peter Kim brands cannot be human).
Nur steuerungsrelevante Kennzahlen helfen hier Klarheit zu verschaffen. Wenn die Migros Geschäftsleitung solche Medienmitteilungen toleriert, wird deren Abteilung für Social Media Marketing weiter wursteln.
Die Migros Experten müssten doch eigentlich für all uns weniger erfolgreichen Social Media Experten in der Lage sein, klar aufschlüsseln zu können:

==> welche Kennzahlen für welche gewünschten Resultate verantwortlich sind.

Dies kann man in eine Pressmitteilung einfliessen lassen, ohne Geschäftsgeheimnisse weiter zu geben. Das Engagement auf Twitter, Facebook oder die Kommentare auf Migipedia (im Verhältnis zu Nutzer Zahlen) lassen hier einige Fragen offen.
Im Vergleich zum Cumulus Programm, Migros Zeitung, TV und Print Werbung hat sich die GL sicherlich gefragt, wie gut schneidet Social Media Marketing ab? Wie genau zeichnet es verantwortlich für die:

– Verbesserungen der Kundendienstleistungen und
– Erhöhung der Verkäufe?

Hier kann nur eine Vollkosten-Analyse eine ungefähre Gewissheit schaffen. Eine teilweise Re-Allokation der Ressourcen (finanziell wie auch personell) zwischen den verschiedenen Marketing-Aktivitäten könnte dann vorgenommen werden.

Wie denken Sie  darüber?
Freue mich auf Ihren Kommentar

Quelle: Fallstudie Migros: 5 Schritte zum CHF 40 Mio Erfolg mit Migipedia
PS. Aber nein, die Migros GL wird die Migipedia heute und morgen nicht schliessen. Aber vielleicht werden Sie einen Audit in Auftrag geben, sodass der „Added-Value“ dieser Plattform anhand von Fakten und steuerungsrelevanten Kennzahlen aufgezeigt werden kann. Wenn nicht geht die unnötige Ressourcen-Verschwendung weiter.


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Was ist ein Social Media Audit? Welche Gefahren gilt es zu beachten? Was verschweigen uns die Experten?
Hier zeigen wir Ihnen wie Small Data Sie schneller ans ROI Ziel bringt.
PLUS kostenloses Kapitel angucken, runterladen, usw.

Schlagwörter: Analytics, Analysis, Kosten-Nutzen Analyse, Employer Branding, Facebook, Google Plus, KPI, LinkedIn, Marke, Metrics, ROI, Social Media Monitoring, Twitter, Xing

Watch the video in English.

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Dazu haben wir mehrere Informationen für Sie zusammengestellt – alle über das Buch.
Neben dem Video (unten) gibt es eine Präsentation zum Angucken, wie auch 55 Seiten aus dem Buch zum scrollen auf dem iPad oder Tablet Computer.

Video Interview mit DrKPI

Mehr über mein Buch und dessen Inhalt geht es auch im Video-Interview welches der Stephan mit mir gemacht hat. In diesem Video (Deutsch), diskutieren der Stephan Burckhart von Versio 2 (ein Experte – Inline Marketing) und ich, relevant Themen im Zusammenhang mit dem Social Media Audit wie, z.B.

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